Nachhaltigkeit bei Kleidung bedeutet auch, dass wir sie lange tragen können. Manchmal sagen Öko-Siegel was über die Qualität aus. Wie haltbar ein Kleidungsstück ist, können wir mit wenigen Tricks auch selbst überprüfen.

Kleidungsstücke gelten als nachhaltig, wenn wir sie mindestens 30 Mal tragen. Das ist ein Leitgedanke in der Fair-Fashion-Welt. Manche Teile werden aber schnell zu ungewollter Wegwerfmode, weil die Kleidung viel zu schnell kaputt geht: Die Qualität stimmt nicht.

Siegel, Nähte, Material

Aber wie erkennen wir gute Qualität? Der Preis liegt wahrscheinlich auf der Hand, ist aber nicht direkt ein sicheres Anzeichen für Qualität. Teuer bedeutet nicht direkt haltbar. Günstig ist nicht gleich billig. Gütesiegel helfen da schon weiter. Die Öko-Siegel GOTS oder das Siegel des Internationalen Verbands der Naturtextilwirtschaft (IVN) zum Beispiel überprüfen auch, wie lange Textilien halten.

Verarbeitung der Nähte und Knöpfe checken

Das Kleidungsstück selbst gibt uns beim Kauf auch ohne Siegel Hinweise auf seine Qualität. Ein Merkmal sind die Knöpfe und Nähte, erklärt Maike Rabe, Leiterin des Forschungsinstituts für Textil und Bekleidung an der Hochschule Niederrhein.

Ist die Naht gut verarbeitet, deutet das darauf hin, dass das Teil länger hält. Dafür die Nähte mit den Händen vorsichtig auseinanderziehen. Halten die Nähte den Stoff fest zusammen oder scheint die Naht lose? Ist Letzteres der Fall, spricht das eher für weniger Qualität.

"Man kann beispielsweise schauen, ob die Nähte gut versäubert sind. Ob die Stichlänge ausreicht, also ob die Textilien auch wirklich gut miteinander verbunden sind."
Maike Rabe, Leiterin des Forschungsinstituts für Textil und Bekleidung, Hochschule Niederrhein

Textil gegen das Licht halten

Auch der Stoff des Kleidungsstücks sollte gut verarbeitet sein. T-Shirts und Pullover halten länger, je dichter und gleichmäßiger der Stoff gewebt ist. Dafür können wir sie gegen das Licht halten. Wirkt der Stoff dicht und das Licht schimmert wenig durch, hält er in der Regel länger.

Für Textilien aus Baumwolle bedeutet das: Die Hersteller haben hochwertige Baumwolle verwendet, deren Fasern über drei Zentimeter lang sind. Und bei der Verarbeitung auch ausreichend Baumwollfaden benutzt.

Wollpullis: Stofflagen aufeinander reiben

Lange Fasern sorgen auch bei Pullovern aus Wolle für weniger Flusen oder Knötchen, die sich gerne mal beim Tragen auf den Pullis bilden, das sogenannte Pilling.

Um zu prüfen, wie schnell sich Flusen bilden, können wir zwei Lagen Stoff an einer unauffälligen Stelle für etwa zehn Sekunden aufeinander reiben. Im besten Fall sollten sich danach keine Fusseln gebildet haben. Falls doch, spricht das gegen die Qualität des Wollpullis.

Bei Jeans aufs Etikett schauen

Bei Jeanshosen lohnt es sich wiederum, einen Blick darauf zu werfen, woraus sie bestehen. "Eine gute Jeans sollte aus zwei Prozent Elastan bestehen – nicht mehr und nicht weniger", erklärt die Wirtschaftsjournalistin Katja Scherer. Ansonsten kann die Hose schnell ihre Form verlieren und leiert aus.

Die Hosentaschen können wiederum Hinweise dafür geben, wie lange die Farbe der Jeans anhält. Dafür mit einem Taschentuch die Innenseite der Hosentasche abreiben. Verliert der Stoff an der Stelle an Farbe, ist die Jeans wahrscheinlich nach ein paar Malen in der Waschmaschine schon verwaschen.

Kassenbon für Garantie behalten

Für gekaufte Kleidung gibt es übrigens auch das Recht auf Garantie. Sollte eine Naht zum Beispiel aufgehen oder der Stoff reißen, ohne dass wir etwas dafür können, sind die Verkäufer dazu verpflichtet, die Ware zurückzunehmen. Die Garantie gilt bis zu zwei Jahre nach dem Kauf. Um sie in Anspruch zu nehmen, brauchen wir den Kassenbon.