Wertvoller Regenwald wird gerodet, um beispielsweise Platz für Ölpalmen zu schaffen. Nicht sehr nachhaltig. Agroforstwirtschaft bietet eine umweltfreundlichere Alternative dazu: Die Nutzpflanzen werden in die Wälder integriert.

Werden Wälder, vor allem Ur- und Regenwälder, abgeholzt, dann schadet das der Natur, und - in mehrfacher Hinsicht - auch uns. Die Artenvielfalt wird dadurch bedroht, Ökosysteme ge- oder sogar zerstört und die globale Erderwärmung kann dadurch beschleunigt werden.

Die südamerikanischen Regenwälder werden beispielsweise oft als grüne Lunge der Erde bezeichnet. Sie zu erhalten ist wichtig für das Klima. Andererseits wollen Landwirte oder auch Konzerne diese Flächen nutzen, um Erträge zu erzielen.

Wirtschaft und Nachhaltigkeit verbinden

Ein weiteres Problem: Werden auf gerodeten Flächen Monokulturen angepflanzt, so sind diese in der Regel anfälliger, als ein Wald, der natürlich gewachsen ist und sich aus unterschiedlichen Pflanzen- und Baumarten zusammensetzt.

Bei der Agroforstwirtschaft lassen sich natürlich gewachsene Waldbestände und der Anbau von Nutzpflanzen zusammenbringen. Bei der Agroforstwirtschaft oder dem Waldfeldbau werden Bäume und Sträucher, die sich auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche befinden, entweder dort stehengelassen oder bewusst gepflanzt. Für diese Art der Waldnutzung wird der Waldbestand ausgedünnt, um Platz für die Nutzpflanzen zu schaffen.

Die Vereinten Nationen fordern, dass die Agroforstwirtschaft generell angewendet wird, um so Wälder zu erhalten und zu schützen.

"Agroforstsysteme sind landwirtschaftliche Systeme, eine Kombination aus Landwirtschaft mit Bäumen - grob gesagt."
Kristina Osen, Tropenwaldstiftung OroVerde

Oft werden auf solchen Feldern einjährige Pflanzen wie Mais oder Bohnen gepflanzt. Es können aber auch mehrjährige Pflanzen wie Ananas, Kaffee, Vanille oder Kakao sei. Diese können dann im Schatten anderer heimischer Pflanzen und Bäume wachsen.

"Das sieht aus wie ein 'ausgedünnter' Regenwald, in dem oben noch die großen Bäume stehen, darunter vielleicht auch noch einige Sträucher, und dazwischen wurden dann Kakaosträucher gesetzt oder Bohnen."
Britta Fecke, Biologin

Bei der Agroforstwirtschaft muss kein Wald gerodet werden. Dieser Art des Waldfeldbaus ist eine alte Form der Landwirtschaft, die es im 19. Jahrhundert auch in Deutschland gab. Jetzt wird sie eher im globalen Süden genutzt.

Agroforstwirtschaft langfristig produktiver

Diese Form der Landwirtschaft ist langfristig gesehen produktiver als eine Monokultur.

Monokulturen sind dagegen langfristig schlecht für die Böden. Wenn beispielsweise Mais gepflanzt wurde, kann Starkregen die dünne Humusschicht leicht wegschwemmen. Das macht die Böden unfruchtbar. Außerdem laugt einseitige Nutzung durch nur eine Pflanzenart die Böden zusätzlich aus. Dadurch gehen die Erträge zurück und Landwirte und Landwirtinnen müssen die Flächen aufgeben und weiterziehen.

Um neue Flächen bewirtschaften zu können, setzen sie dann womöglich an einer anderen Stelle Brandrodung ein.