Das "Emergenza" ist ein weltweiter Bandcontest, er verspricht dem Gewinner einen Plattenvertrag und vielleicht den Durchbruch. Kritiker sagen, das Emergenza zockt Bands ab. 

Coole Locations, großes Publikum, einmal so spielen wie ein Star. Damit lockt das Nachwuchsfestival Emergenza weltweit Bands zur Teilnahme. In Vorausscheiden treten die Teilnehmer gegeneinander an. In insgesamt 26 Ländern nehmen mehrere tausend Bands teil und sie alle hoffen auf das Weltfinale, das jeden Sommer auf dem Taubertal-Festival stattfindet. Seit diesem Jahr winkt dem Gewinner sogar ein Plattenvertrag. 

Das klingt nach der Chance auf den großen Durchbruch. Einige Musiker sagen aber: das Emergenza zocke Bands ab. Manche sind sogar der Ansicht, dass Contests wie das Emergenza die Bands kaputt machten. DRadio Wissen-Reporter Markus Hensel hat sich das Emergenza und seine Rahmenbedingungen angeschaut und mit den Veranstaltern und Teilnehmern gesprochen.

Die Vorwürfe: teuer und zerstörerisch für Bands

Hohe Gebühren für teilnehmende Bands lautet einer der Vorwürfe. Und das bei miesem Sound und schlechter Organisation der Veranstaltung, so ein anderer. Tatsache ist: wer beim Emergenza mitmachen möchte, muss erstmal keine großen Summen investieren. Die Teilnahme kostet eine Aufnahmegebühr in Höhe von 19 Euro. Geld verdienen die Veranstalter hauptsächlich mit dem Ticketverkauf. Und davon geht ein kleiner Teil der Einnahmen an die Bands. Den Rest erhält der Veranstalter.

Wer es eine Runde weiter schafft, bestimmen zu großen Teilen die Zuschauer. Das gilt auch dann, wenn an dem Abend eine Jury vor Ort ist. Bands, die viele Fans mobilisieren und ihre Leute davon überzeugen, 10 Euro Eintritt zu zahlen, haben damit bessere Chancen, als eine Band mit kleiner Fan-Base. Das klingt nach Wettbewerb und darum geht es beim Emergenza. 

Echte Konzertstimmung kommt nicht auf 

Reporter Markus Hensel hat sich die Emergenza-Vorrunde in Köln angeschaut und dort die Bands nach ihren Eindrücken gefragt. Mit der Organisation sind die Bands an diesem Abend mehrheitlich zufrieden. Auch Markus findet: die Umbaupausen sind kurz, der Sound ist gut.

Als Besucher stellt er aber fest: Acht oder sogar zwölf Bands treten an einem Abend gegeneinander an. Das sorgt zwar dafür, dass die Säle voll sind, echte Konzertstimmung kommt aber trotzdem nicht auf. 

„Das liegt vor allem daran, dass die verschiedenen Bands total unterschiedlich klingen. Von gefühligem Studenten-Pop bis kreischendem Emo-Core ist alles dabei.“
Reporter Markus Hensel über die Veranstaltung

Viele Besucher sind eben auch nur an der Band interessiert, die sie unterstützen wollen. Deshalb stehen viele von ihenn draußen, rauchen und trinken ein Bier, wenn die eigene Lieblingsband gerade nicht auf der Bühne steht. Konzertatmosphäre geht anders.