Es ist ein Fakt: Im Nagellack stecken einige bedenkliche Inhaltsstoffe. Die gute Nachricht: Einige Hersteller haben das offenbar erkannt und tun etwas dagegen.

Weibliche Füße ohne Nagellack gehen im Sommer eigentlich gar nicht. Sagt unsere Moderatorin Marlis Schaum - und geht mit gutem Beispiel voran. Allerdings gibt es auch immer wieder Berichte über schädliche Inhaltsstoffe in den Lacken - und was man seinen Fuß- oder Fingernägeln damit antut (und beim Auftragen auch seiner Nase...): gesundheitsschädliche Weichmacher, bedenkliche Lichtschutzfilter, die hormonell wirksam sind, oder sogar Phenol, ein nerven- und erbgutschädigender antibakterieller Wirkstoff.

All das hat Ökotest in Nagellacken gefunden. Das Magazin hat im April erst die Inhalte von Nagellacken untersucht. Das Ergebnis: Zwei der untersuchten Produkte hätten wegen der Inhaltsstoffe gar nicht verkauft werden dürfen, sagt Jürgen Stellpflug, Chefredakteur bei Öko-Test.

"Sie können sich auch 365-mal im Jahr die Nägel lackieren, davon wird noch keine Frau krank. Aber wir haben täglich mit einer Vielzahl von Schadstoffen zu tun - irgendwann läuft das Fass über."
Jürgen Stellpflug, Chefredakteur Öko-Test-Magazin

Klar ist aber auch: Wer sich im Sommer die Nägel lackiert, muss nicht gleich in Panik verfallen. Das Problem sei eher die Summe der Schadstoffe, mit der wir täglich konfrontiert würden. Es komme immer mehr zusammen und irgendwann laufe das Fass dann über, erklärt Jürgen Stellpflug.

Relativ geringe Mengen an schädlichen Stoffen

Wie potenziell schädliche Stoffe in Nagellacken in den Körper gelangen können? Durch die Nagelhaut oder wenn sie ausdampfen. Allerdings steht auch fest: Es handelt sich um relativ geringe Mengen an schädlichen Stoffen. Auf der anderen Seite wird Nagellack sehr häufig angewendet. Grund genug, sich nach Alternativen umzuschauen. So hat Öko-Test fünf Produkte im Test gefunden, die mit der Note "gut" abgeschnitten haben. Die Hersteller hätten also einiges verbessert, lobt Jürgen Stellpflug. So sind keine krebserregenden Lösungsmittel mehr vorhanden. Auch auf bestimmte Kunststoffe, die als hoch allergen eingestuft werden, wurde verzichtet. Das Gleiche gilt für die berüchtigten Weichmacher.

Wer ausschließlich auf Naturkosmetik setzt, muss allerdings auf Nagellack verzichten. Der Grund: In der Naturkosmetik gibt es noch keine Stoffe, die dafür sorgen könnten, dass der Lack schnell trocknet. Auch ein Zaubermittel, das verhindert, dass Nagellack so schnell splittert, sucht man in der Naturkosmetik noch vergebens.