Die Corona-Krise hat auch unser Sexleben verändert. Manche haben mehr Sex als vorher, andere gar keinen mehr. Sexting wird deshalb bei vielen immer beliebter. Beim Verschicken von Nacktbildern sollte man einige Dinge beachten.

Sexting wird immer beliebter – vor allem während der Corona-Krise. Doch auch schon in den Jahren zuvor ließ sich ein Anstieg erkennen. Bei einer internationalen Studie aus dem Jahr 2018 mit 110.000 Teenagern gaben 15 Prozent an, dass die schon einmal gesextet hatten. Sie haben also Textnachrichten mit sexuellem Inhalt versendet, worunter auch Nacktbilder fallen. Im digitalen Zeitalter gehöre das einfach zur sexuellen Entwicklung von Jugendlichen dazu, sagen die Forschenden.

Das Verschicken von Nacktbildern kann sich für viele wie ein Selbstbwusstseins-Push anfühlen. Beim Verschicken von Nacktbildern sollte man dennoch einige Dinge beachten, um seine Privatsphäre zu schützen.

"Selbstbewusstseins-Boost"

Ein Nacktbild zu verschicken, kann sich für viele gut anfühlen und demonstrieren: Ich fühle mich wohl in meiner Haut. Auch in unserer kleinen Social-Media-Umfrage auf Instagram beschrieb eine Userin das Gefühl, ein Nacktbild zu verschicken, als sehr "empowernd".

„Es kann sich super empowernd anfühlen.“
LumOz, Teilnehmerin unserer Instagram-Umfrage

Vor allem Frauen würden ihre eigenen Nacktbilder als "Selbstbewusstseins-Boost" wahrnehmen, wie bei einer Studie unter College-Studierenden aus dem letzten Jahr herauskam.

Druck von außen

Andere verschicken Nacktbilder nicht, weil sie wollen, sondern weil sie sich dazu gedrängt fühlen. Auch hier fällt die Gruppe der Frauen und junge Mädchen auf. Sie hat dazu in einigen Befragungen angegeben, dass sie sich deutlich öfter als Männer von außen unter Druck gesetzt fühlte, ein Nacktbild zu verschicken, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Krissy Mockenhaupt.

"Mädchen und Frauen lassen sich laut verschiedenen Befragungen schon eher von außen unter Druck setzen als Männer."
Krissy Mockenhaupt, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Die wichtigste Regel beim Sexting lautet also: Nacktbilder sollten nur freiwillig verschickt werden.

Das Netz vergisst nicht

Doch ganz gleich, aus welchem Grund man ein Nacktbild versendet, man sollte immer im Hinterkopf haben: Das Bild kann schnell in die falschen Hände geraten. Die Kontrolle über das eigene Bild ist dann weg. Deswegen sollten einige Dinge beachtet werden, wenn man ein Nacktbild von sich verschickt.

Nicht an Fremde verschicken

Theresa Lachner, angehende Sexualberaterin und Autorin des Blogs und gleichnamigen Buchs "Lvstprinzip", rät als allererstes, dass man sich gut überlegen sollte, an wen man ein Nacktbild versendet. Das, was man einer fremden Person auf der Straße nicht zeigen würde, sollte man auch im Internet nicht zeigen, sagt sie.

"Was man jemand Fremdes auf der Straße nicht sagen oder zeigen würde sollte man auch jemand Fremdes im Internet nicht sagen oder zeigen."
Theresa Lachner, angehende Sexualberaterin

Keine Identifikationsmerkmale preisgeben

Um die Privatsphäre zu schützen, ist es außerdem sehr wichtig, dass auf dem Bild keine persönlichen Identifikationsmerkmale wie Tattoos oder ein Muttermal zu erkennen sind. Auch der Hintergrund könne entscheidend sein, wenn darauf etwas zu erkennen sei, mit dem man eine Person klar identifizieren könne, sagt Theresa Lachner.

"Ich würde einfach generell sagen: Wenn Nacktbilder – dann nur ohne Gesicht."
Theresa Lachner, angehende Sexualberaterin

Sollte das Bild dann doch in falsche Hände geraten oder rumgeschickt werden, könne man zumindest behaupten, dass man nicht die Person sei, die auf dem Bild zu sehen ist, sagt Krissy Mockenhaupt.

Fotos sicher aufbewahren

Damit die Bilder erst gar nicht weitergeschickt werden können, sollten wir außerdem darauf achten, dass die Bilder nicht automatisch in eine Cloud hochgeladen werden. So könne man nicht Opfer von Datenleaks oder Hackerangriffen werden, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Krissy Mockenhaupt. Außerdem: Handy und Laptop sollten immer mit einem Passwort geschützt sein, damit andere nicht auf die Bilder zugreifen können. Aber das gilt natürlich für alle unsere sensiblen Daten.