Nail Art und schrille, bunte Nägel sind derzeit beliebt wie noch nie. Doch leider ist jede Art von Nagellack oder Nagelmodellage schädlich für den Nagel. Allergische Reaktionen, Nagelpilz und ein erhöhtes Hautkrebsrisiko können unliebsame Folgen sein.

Pink oder türkis, mit Glitzer, Steinchen oder Blümchen, vorne spitz oder eckig, lang oder kurz – auf Instagram, TikTok und Co. ploppen bei der Suche nach #NailArt oder #Nails tausende Videos, Reels und Bilder auf, von Menschen, die ihre Nagelkunst präsentieren.

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Wer so richtig lange Krallen haben möchte, wie beispielsweise Rapperin Cardi B, für diejenigen gibt es zwei Möglichkeiten: Acrylnägel und Gelnägel. Bei Acrylnägeln wird im Nagelstudio das Acrylpulver mit einer Flüssigkeit gemixt. Das Gemisch wird dann so lange aufgetragen, bis die gewünschte Nagelform entsteht. An der Luft ausgehärtet, werden die Nägel so richtig fest und fast unkaputtbar.

Künstliche Nagel: Nachteile überwiegen

Bei Gelnägeln wiederum wird der Nagel mit einem Acrylgel modelliert und unter einer UV-Lampe ausgehärtet. Der Nagel mit Gel ist etwas weicher und auch dicker als der klassische Acrylnagel. Beide Methoden werden mitunter auch angewendet von Menschen, deren Nägel sonst schnell abbrechen. Prinzipiell könne ein künstlicher Nagel besonders kaputte Nägel zwar stärken, doch die Hautärztin Yael Adler warnt, dass der Nagel an anderer Stelle zugleich auch immer geschwächt werde.

Bedenkliche Substanzen im Nagellack

Auch das Entfernen künstlicher Nägel schädigt den Nagel, ganz egal, wie sanft das gemacht wird. Acrylnägel werden mit acetonhaltigen Nagellackentfernen weggemacht, Gelnägel müssen sogar runtergefeilt werden. Nagelstudios machen das häufig mit einer elektrischen Feile. Dabei wird aber nicht nur der Kunstnagel getroffen, sondern häufig auch der Naturnagel darunter.

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Wer statt langer Krallen einfach nur farbige Nägel haben möchte und zum klassischen Nagellack greift muss sich auch der Risiken bewusst sein: Hier warnt die Hautärztin Yael Adler vor möglichen Kontaktallergien im Bereich des Nagels, an der Haut oder den Händen durch bedenkliche Substanzen wie Formaldehyd.

"Ich sehe häufiger Kontaktallergien im Bereich des Nagels, an der Haut oder den Händen durch Substanzen wie Formaldehyd."
Yael Adler, Hautärztin

Neben den Formaldehyden enthalten viele Nagellacke auch Lösemittel, Weichmacher, Verdünner und Trocknungsbeschleuniger. Auch vegane oder Bio-Nagellacke können hier nicht alle giftigen oder möglicherweise schädigenden Substanzen ersetzen.

Erhöhtes Hautkrebsrisiko durch UV-Trocknung

In Nagelstudios wird auch Schellack verwendet, ein Nagellack, der länger hält und aussieht wie ein normaler Nagellack. Dafür rauen die Nagelstudiomitarbeiter*innen vor dem Auftragen den Naturnagel an, damit sich der Lack besser mit Naturnagel verbindet. Für den natürlichen Nagel ist das ziemlich schädlich, denn dadurch können Nagelpilz und andere Erreger eindringen.

"Das UV-Licht bedeutet für die Nägel und die umgebende Haut ein Risiko für Hautkrebs."
Yael Adler, Hautärztin

Außerdem muss Schellack, so wie Gelnägel, unter einer UV-Lampe ausgehärtet werden. Das sei problematisch, denn dadurch steige das Hautkrebsrisiko, so die Hautärztin. Die umliegende Haut sollte daher mindestens mit einer Sonnencreme geschützt werden.

Auch eine Möglichkeit: Nagel natürlich lassen

Aber ist es nicht so, dass auch ein gesunder und natürlicher Nagel schön sein kann? Wer das als Option betrachtet, sollte darauf achten, dass der Nagel nicht austrocknet. Deswegen wird empfohlen, die Nägel mit milder Seife zu waschen und einzucremen. Die Nagelhaut unbedingt dranlassen und nicht wegschneiden, denn die schützt den Nagel vor Erregern und Chemikalien.

Die Nägel sollten auch nicht zu kurz geschnitten werden. Heißt: Der Nagel sollte länger sein als der weiche Teil oben Richtung Fingerspitze, damit sich da nichts einbohrt, sagt unsere Reporterin Minh Thu. Helfen kann außerdem eine gesunde Ernährung. Und ist der Nagel wirklich mal beschädigt, gibt es medizinische Lacke, die den Nagel ausfüllen.