Vor 50 Jahren saß die ganze Welt vor dem Fernseher – und es ging nicht um Fußball. Die Mondlandung ist lange her, doch aktuell scheint der Erdtrabant für viele Player wieder ziemlich interessant zu werden. Aber gibt es überhaupt noch etwas Spannendes zu erforschen da oben?

Am 20. Juli 1969 um 21.17 Uhr mitteleuropäischer Zeit, knapp 103 Stunden und mehr als 360.000 Kilometer nach dem Start, landete der "Adler" auf der Mondoberfläche. Und als Neil Armstrong als erster Mensch den Erdsatelliten betrat, sahen ihm 500 Millionen Menschen "von unten" dabei zu. "That's one small step for man… one… giant leap for mankind."

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Doch seit Eugene Cernan Ende 1972 war kein Mensch mehr auf dem Mond. Das soll sich ändern: Amazon-Chef Jeff Bezoz will mit einer Fähre Mondautos, Geräte und Menschen auf den Mond transportieren. Ähnliche Pläne verfolgt Tesla-Chef Elon Musk mit seinem Unternehmen SpaceX.

Fly me to the moon

Und auch die Nasa will wieder Menschen zum Mond bringen – und das schon innerhalb der nächsten fünf Jahre. Geplant ist die Installation einer Raumstation in der Mondumlaufbahn – ähnlich wie die ISS, nur viel weiter von der Erde entfernt.

In den 60er Jahren war die Mondlandung ein Prestige-Wettrennen zwischen der USA und der Sowjetunion, sagt Michael Janßen, Astrophysiker an der Uni Nimwegen. Ein äußerst kostspieliges Wettrennen. Denn die Technik war früher noch nicht so weit wie jetzt.

"Heute ist die Technik viel weiter - es lohnt sich erst jetzt wieder, auf den Mond zurückzukommen."

Aber nicht nur aus wirtschaftlichen, sondern durchaus auch aus wissenschaftlichen Gründen sei es heute wieder sinnvoll, den Mond zu erforschen, sagt Janßen. Die ganz große Frage sei nach wie vor:

Wie ist der Mond entstanden?

Die Entstehung des einzigen Erdsatelliten hänge damit zusammen, wie unsere Erde entstanden ist. Nach der vorliegenden Theorie ist die Erde mit einem anderen Himmelskörper zusammengestoßen und hat dadurch ungeheure Mengen an Masse in den Weltraum geschleudert. Daraus soll dann der Mond entstanden sein. Diese Theorie muss aber noch bestätigt werden – und wo geht das besser als auf dem Mond selbst?

Eine weitere Motivation für Wissenschaftler sei es herauszufinden, ob es Rohstoffe auf dem Mond gibt – Wassereis an den Polen zum Beispiel, sagt Michael Janßen.

"Der Mond könnte zum 'Sprungbrett' zur Erforschung weiterer Planeten werden."

Erkenntnisse wie diese wären wichtig, um herauszufinden, ob der Mond als "Sprungbrett" zur Erforschung weiterer Planeten genutzt werden könne – etwa als Zwischenstation, um Treibstoff aufzufüllen und von dort aus weiter zum Mars zu fliegen.

Erforschung des frühen Universums

Ein weiterer Vorteil des Mondes: Auf seiner der Erde abgewandten Seite könnten Wissenschaftler ein Teleskop installieren – eine große Antenne, die die Strahlung misst, die wir auch mit terrestrischen TV- oder Radiogeräten empfangen.

"Mit diesem Teleskop könnten wir besser verstehen, wie unser Universum entstanden ist."

Weil auf dem Mond aber keine Störfrequenzen gibt (auf der Erde werden diese durch unzählige Funkwellen hervorgerufen), ließen sich wahrscheinlich hervorragende Messungen der Strahlung des frühen Universums vornehmen, sagt Janßen.