Mit ihrem bevorstehenden Raumflug macht sich die Nasa von Russland und den russischen Sojus-Kapseln unabhängig. Jetzt setzt sie auf eine durch und durch amerikanische Zusammenarbeit und holt sich das Privatunternehmen Space-X von Elon Musk an die Seite.

Mit dem für heute geplanten Start der Falcon-9-Rakete vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral zur Internationalen Raumstation (ISS) möchte die Nasa wieder zu ihrer alten Stärke zurückfinden – dieses Mal zusammen mit Space-X, dem Privatunternehmen von Tesla-Gründer Elon Musk.

"Eine Art Wiederherstellung alter Stärke"

Damit beendet die Nasa eine lange Zeit der Orientierungslosigkeit, erklärt Astrophysiker Michael Büker. Das letzte Mal, dass die USA eins ihrer Space Shuttle ins Weltall schickte, war 2011. Wegen erheblicher Probleme hatte die US-Weltraumbehörde das Space-Shuttle-Programm zuvor eingestellt. Unter anderem ist 2003 das Space Shuttle Columbia bei seiner Rückkehr zur Erde zerbrochen. 14 Astronautinnen und Astronauten kamen bei der Katastrophe ums Leben.

Seitdem setzte die Nasa auf russische Sojus-Kapseln für ihre bemannten Raumflüge, die von der russischen Raumfahrtagentur aus dem kasachischen Baikonur in den Orbit geschickt wurden.

Elon Musk verhilft US-Raumfahrt zur Unabhängigkeit

Damit war die Nasa nicht nur in Hinblick auf die Starts und Organisation ihrer Raumflüge von Russland abhängig, die US-Weltraumbehörde hat ihre russischen Kollegen auch einiges an Geld dafür zahlen müssen. Mit dem US-Privatunternehmen Space-X sollen die zukünftigen Raumfahrt-Missionen um etwa die Hälfte günstiger und auch flexibler werden, so Michael Büker. Alles kommt somit aus US-amerikanischer Hand.

"Mit dem Vertrag mit dem Privatunternehmen Space-X, besteht wieder die Möglichkeit, amerikanische Astronauten mit einer amerikanischen Rakete hochzuschicken."
Michael Büker, Astrophysiker

An Bord des bemannten Raumschiffes sind die beiden Nasa-Astronauten Bob Behnken (49) und Doug Hurley (53). Sie sitzen in der fünf Kubikmeter großen Crew Dragon-Kapsel, die ebenfalls von Space-X kommt und an der Spitze der Falcon 9 befestigt ist. Beide Astronauten bringen für den anstehenden Raumflug aufgrund ihrer vielen Erfahrung die besten Voraussetzungen mit, so der Astrophysiker. In der Vergangenheit haben sie beide jeweils an zwei Space-Shuttle-Missionen teilgenommen.

Erst die ISS, dann der Mond

In Zukunft plant die Nasa mit den von Space-X bereitgestellten Raumschiffen, weitere ihrer Astronauten zur ISS zu bringen. Läuft mit diesem Programm alles bestens, so Michael Büker, ist der Mond in den kommenden fünf Jahren das nächste Ziel der US-Weltraumbehörde.

"Die Nasa möchte zu alter Stärke und alter Größe zurückfinden und dazu gehört auch der Flug, der heute stattfindet."
Michael Büker, Astrophysiker

Um 22.33 Uhr europäischer Zeit soll der Flug der Falcon-9-Rakete in Florida starten – wenn das Wetter mitspielt.