Es ist eine traumhaft schöne Landschaft rund um den Yellowstone River, in die im 19. Jahrhundert immer mehr Trapper und Goldsucher eindringen. Die dort lebenden indigenen Gemeinschaften werden von ihnen vertrieben, und sie zerstören die Natur. Um wenigsten diese zu schützen, wird 1872 der erste Nationalpark der Welt gegründet.

Das Gebiet um den Yellowstone River ist von den sogenannten Schoschonen besiedelt – ein Sammelbegriff für unterschiedliche indigene Gemeinschaften in diesem Gebiet. Unser Bild oben zeigt auf der linken Seite eine Zeichnung eines Ureinwohners der Gegend um 1840. Wie viele andere Ureinwohner Nordamerikas, werden auch die Schoschonen aus ihrem Gebiet verdrängt.

Weiße dringen in das Gebiet vor

Denn das Gebiet um den den Yelllowstone River erfreut sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts großer Beliebtheit bei Trappern und Goldsuchern. Der größte Teil dieses Gebietes liegt im heutigen US-Bundesstaat Wyoming, andere Teile in Idaho und Montana. Die Lebensphilosophie der Indigenen kennt keinen Besitzanspruch auf das Land, in dem sie leben. Deshalb ist es für die weißen Siedler leicht, sie zu vertreiben und ihre Heimat sich anzueignen.

Fotos von der traumhaft schönen Landschaft und dem Paradies für Tiere in Zeitungen lockt noch mehr Menschen an. 1859 wird die erste Expedition zusammengestellt, die allerdings an chaotischen Wetterbedingungen scheitert. Eine weitere Erkundung des Yellowstone-Gebietes steht der zwei Jahre später beginnende amerikanische Bürgerkrieg (1861 – 1865) entgegen – ein Aufschub für die Indiegenen der Gegend.

Nationalpark zum Schutz der Natur

1869 wird eine zweite Expedition auf die Beine gestellt. Dieses Mal ist die Erkundungstour von Erfolg gekrönt. Über sie wird in den Zeitungen berichtet, wodurch weitere Jäger und Siedler angelockt werden, die sich inmitten einer atemberaubenden Landschaft niederlassen wollen.

Aber sie zerstören dabei nicht nur Natur, sondern vertreiben die Indigenen aus ihrem Gebiet. Das ruft Naturschützer auf den Plan, die bei der Regierung in Washington erfolgreiche Lobbyarbeit machen und ein Gesetz anstoßen, das das Gebiet des Yellowstone River unter Naturschutz stellt.

Am 1. März 1872 ist es soweit: Die US-Regierung stellt das Gebiet unter Naturschutz, Präsident Ulysses S. Grant unterzeichnet ein Gesetz, das verbietet, das Land an Siedler zu versteigern: Der erste Nationalpark der Welt ist gegründet.

Unser Bild oben zeigt in der Mitte ein Foto von 1906, wie Touristen in den Yellowstone Park mit Pferdewagen fahren. Ganz rechts ist die Toreinfahrt 1995 zu sehen. Im Torbogen steht: "For The Benefit And Enjoyment Of The People".

In Eine Stunde History hört ihr:

  • Elli Radinger ist Wolfsexpertin und hat zahlreiche Bücher über die Ansiedlung der Wölfe im Yellowstone Park geschrieben.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld blickt zurück auf die ersten Expeditionen in das Yellowstone-Gebiet in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
  • Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Wiebke Lehnhoff schildert, wie es zur Einrichtung des Nationalparks im März 1872 kam.