Was braucht man 2018 unbedingt? Klar, einen Sprachassistenten! Aber einen Open-Source-basierten. Wie ihr euch den selber basteln könnt, zeigt euch Netzbastler Moritz Metz.

Vielleicht hattet ihr auch so einen runden, smarten Lautsprecher unterm Weihnachtsbaum liegen. Einen, der auf euer Kommando wartet und dann befolgt, der Fragen beantwortet, Musik anschaltet, das Licht dimmt oder Pizza bestellt.

Smart und unabhängig

Klingt praktisch, aber auch seltsam. Denn wer will sich schon eine potenzielle Wanze von einem der großen US-Internetkonzerne ins Wohnzimmern stellen, Trend hin oder her? 

Das fragt sich jedenfalls unser Deutschlandfunk Nova-Netzbastler Moritz Metz. Deshalb baut er selbst einen smarten Lautsprecher, auf Basis der Open Source Software Mycroft (benannt nach Mycroft Holmes, dem großen Bruder von Sherlock Holmes).

Für die Entwicklung haben Menschen per Crowdfunding über 100.000 Dollar gespendet, damit eine "Künstliche Intelligenz für jedes Gerät" geschaffen wird, "die genauso natürlich spricht und interagiert wie eine echte Person". Die darübr hinaus aber vor allem Open Source und unabhängig von den US-Konzernen ist.

Wolkenlampe mit Skills ausstatten

Für diesen hohen Anspruch verbindet sich natürlich auch Mycroft mit der "Cloud" - und sitzt in unserem Fall sogar in der Cloud. Also in einer der hübschen Stuben-Wolkelampen aus Kissenfüllmaterial, wie wir sie letztes Mal im Netzbasteln gebaut haben.

Im zweiten Teil der Cloud-Sendung installiert Moritz die Mycroft-Software auf einem Raspberry-Pi, den er mit einem speziellem 4-fach-Mikrofonarray ergänzt - und verbaut diese Konstruktion in einer Wolkenlampe. 

Das Aufwändigste daran? Den teilweise noch störrischen Sprachroboter zum Zuhören und Antworten zu bringen - und ihn auch noch cleverer zu machen. Das geht mit Hilfe selbst programmierbarer Skills, also Fähigkeiten, von denen es immer mehr gibt.

Common Voice statt Google-Technik

Ein Problem hat Mycroft zudem noch. Seine Standard-Spracherkennung läuft, wenn auch indirekt, über eine Technik von Google. Deshalb will Mycroft nächstes Jahr umsteigen auf Common Voice der Mozzilla-Stiftung, ein freies, großangelegtes Spracherkennungs-Projekt, das um Mithilfe möglichst vieler Internetuser bittet, um dessen Künstliche Intelligenz beispielsweise mit selbst vorgelesenen Texten weiter zu trainieren.