Der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger hat sich dieses Internet gründlich angesehen und in der FAZ zehn Regeln für die digitale Welt formuliert. Enzensbergers Ideen sind eigentlich ganz nachvollziehbar und seine Regeln sorgen für viel Gesprächsstoff, wirklich überzeugt sind aber nur wenige von ihnen.

Hans Magnus Enzensberger ist 86 Jahre als und alles andere als ein Digital Native. Da wirkt es ein wenig befremdlich, wenn er fordert, dass wir fortan Postkarten schreiben, statt wie gewohnt eine Mail zu tippen. Aber seine strengen Regeln haben einen vernünftigen Hintergrund.

"Enzensberger will gegen den Sicherheits- und Kontrollwahn von Geheimdiensten und Internetfirmen protestieren", erklärt DRadio-Wissen-Reporter Sebastian Sonntag. Er hat die zehn Enzensbergerschen Netzregeln zusammengefasst:

Enzensbergers 10 Regeln für die digitale Welt

  1. Wirf dein Smartphone weg! Es ist nur dazu da, einige wenige reich zu machen
  2. Kostenlose Angebote sind verdächtig. Die wollen nur deine Daten.
  3. Onlinebanking ist ein Segen, aber nur für Geheimdienste und Kriminelle.
  4. Kreditkarten spionieren uns aus. Benutze Bargeld.
  5. Gegen die Vernetzung von Alltagsgegenständen hilft nur der totale Boykott.
  6. Das Gleiche gilt für Politiker, die nichts gegen das Treiben der Geheimdienste tun.
  7. Schreibe Postkarten in Handschrift statt E-Mails.
  8. Lieber zum Laden nebenan gehen, als bei Amazon bestellen.
  9. Verzichte auf werbefinanzierte Angebote von Internetkonzernen.
  10. Ergreife so schnell wie möglich die Flucht vor sozialen Netzwerken.

Auf den ersten Blick scheinen diese Regeln logisch zu sein, im digitalen Alltag dürften sie sich aber schlecht umsetzen lassen. Das ist in etwa der Tenor auf Twitter.

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