Die Mutter ist einfach weggegangen, der Vater war überfordert. Dann hat sich Simone selbst eine Pflegefamilie gesucht.

Simone ist vier, ihr Bruder etwas jünger. Eines Abends setzt die Mutter die beiden vor den Fernseher - es läuft "Dick und Doof". Der Vater ist auf Montage und soll am selben Abend noch nach Hause kommen. Die Mutter sagt, sie kommt gleich wieder. Seitdem hat Simone sie nie wieder gesehen. Heute ist sie 42.

Der Vater bekommt das Sorgerecht. Er ist aber wegen seines Berufs oft monatelang weg.

Neue, richtige Familie

An Simones fünften Geburtstag rufen die früheren Nachbarn an, eine Familie, die schon lange mit der Familie befreundet ist. Und Simone fragt, ob sie zu ihnen kommen kann. Sie sind einverstanden.

Das Jugendamt richtet eine Pflegschaft ein.

"Ich habe überhaupt kein Bedürfnis, meine leibliche Mutter aufzusuchen."
Simone

Anfangs haben Simone und der leibliche Vater noch ein enges Verhältnis, er ist oft am Wochenende da. Doch als er eine neue Frau findet, wird das Verhältnis schwieriger. Heute lebt er in der Schweiz, schreibt mit Simone E-Mails. Gesehen haben sich Vater und Tochter seit über zehn Jahren nicht mehr.

Bis heute sind die neuen Eltern Simones richtige Familie - und inzwischen auch die Großeltern ihrer Tochter.