Wie neue Emojis entstehen, hat sich Journalist und Moderator Gero Simone gefragt und bei der Recherche einfach ein eigenes erschaffen. Nach einem drei Jahre andauernden Antrags- und Entscheidungsprozess ist es nun endlich entschieden: Diskokugel-Emoji kommt, das das Gremium aber lieber Spiegelball-Emoji nennen möchte.

Wieso gibt es eigentlich kein Spaghettieis-Emoji? Für die einen ist es vielleicht essenziell für die tägliche Kommunikation per Smartphone, die anderen finden es wiederum unnötig.

Gero Simone ist Journalist und Radiomoderator. Er hatte seine Hörerinnen und Hörer einst gefragt, welches Emoji ihnen am meisten fehlt. Heraus kam eine kuriose Mischung an Vorschlägen.

Manche wünschten sich ein Idioten-Emoji, andere einen Seelöwen, wieder andere plädierten für ein DJ-Emoji und die Discokugel fiel auch in diese Auswahl hinein.

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Um herauszufinden, welcher dieser Vorschläge sich am besten als Emoji eignen würde, fragte Journalist Gero bei Jennifer 8. Lee nach, einer US-amerikanischen Journalistin, die bereits das Teigtaschen-Emoji 🥟erdacht hatte.

"Wird das Discokugel-Emoji auch oft genug genutzt werden? Ja, denn die Discokugel ist seit mehreren Jahren das meist gewünschte Emoji auf emojipedia.org."
Gero Simone, Journalist und Moderator

Die Idee eines Idioten-Emojis missfiel Jennifer 8. Lee am meisten. Bei Tier-Emojis gebe es viel Konkurrenz, sagte sie. Und das DJ-Emoji sei schwierig, weil es für Emojis, die Menschen darstellen, mindestens 18 Varianten geben müsse, so die Journalistin.

Das bedeutet eine weibliche, eine männliche und eine Darstellung für diverse Personen. Zudem muss jede der Versionen in jeweils sechs Hautfarben abgebildet werden. So hat es ein Gremium des Unicode-Konsortiums festgelegt.

Diese Organisation entscheidet für alle Sprachen weltweit, welche Schriftzeichen zugelassen werden. Das gilt auch für Emojis. Als erfolgversprechenster Entwurf für ein Emoji blieb somit nur die Discokugel übrig.

Unicode-Gremium entscheidet über neue Emojis

Drei Jahre ist das nun her. Normalerweise dauert es anderthalb bis zwei Jahre, bis ein Antrag für ein neues Emoji eine Zu- oder Absage erhält. Gero Simone hatte ein 13-seitiges Konzept auf Englisch eingereicht, inklusive Entwurf und Statistik.

Dieser Antrag muss von verschiedenen Gremien abgenickt werden, die zum Teil nur alle drei Monate tagen. Zudem hat die Pandemie den gesamten Prozess verlangsamt. Und auch die Tatsache, dass der Antrag mit Änderungswünschen zurückgeschickt wurde. Unter anderem, dass das Icon Spiegelball-Emoji genannt werden soll und nicht Discokugel.

Emojis müssen in mehreren Kontexten nutzbar sein

Inzwischen ist Gero Simones Antrag angenommen worden. Google, Apple und andere können nun damit anfangen, ihre eigenen Versionen des Emojis zu entwickeln.

Für die Zusage sei auch wichtig, dass ein Emoji mehrere Bedeutungen haben kann und somit in unterschiedlichen Situationen passt, meint der Software-Entwickler Bodo Tasche, der das Faultier-Emoji entwickelt hat.

"Du kannst halt Sachen damit beschreiben wie deinen aktuellen Zustand: dass du gerade faul auf der Couch rumhängst, dass man müde ist oder dass du zu spät kommst."
Bodo Tasche, Software-Entwickler und Erfinder des Faultier-Emojis

Das sieht Gero Simone genauso: Für ihn ist die Discokugel nicht nur ein Symbol fürs Feiern, sondern sie steht auch für Glitzer, Glamour und Fashion.

Die insgesamt 37 neuen Emojis sind für die nächsten Updates angekündigt. Google veröffentlicht sie wohl noch in diesem Jahr. Bei Apple erscheinen sie voraussichtlich im Frühjahr 2022.