Hyperloop: Das ist noch nicht ganz so Science-Fiction wie Beamen, aber irgendwo zwischen Schnellzug, menschlicher Rohrpost und Rakete. 2016 sollen die Tests losgehen. Whoooot!

Bis zu 1200 Kilometer pro Stunde soll das Ding fahren. Das ist mehr als doppelt so flink wie bisherige Schnellzüge und nahezu Schallgeschwindigkeit. Das ist aber nicht das einzige Verkaufsargument: Billiger und nachhaltiger soll der Hyperloop sein. Die Energie dafür stammt aus Solarzellen, die entlang der Strecke angebracht sind. Das verspricht das Unternehmen Hyperloop Technologies.

“It’s gonna change the world. Hyperloop is gonna change how we live, Hyperloop is gonna change economies.”
Hyperloop-Technologies

Jeder, der auf Science-Fiction-Filme aus den 80er Jahren steht, wird spätestens nervös, wenn er die Skizzen vom Hyperloop-Transport-System sieht. Vom Look liegen die Entwürfe irgendwo zwischen der Optik von Total Recall und Tron.

Skizze einer Hyperloop-Kapsel.
© dpa
2013 war es noch ein Skizze, 2016 soll es ernst werden, dann wird die Teststrecke gebaut.

Vom technischen Prinzip ist es eigentlich ein alter Hut: Rohrpost lässt grüßen. Chefingeneur Brogan BamBrogan erklärt das ganz gut: Sie bauen zwei Röhrenauf Stelzen in die Landschaft - eine für den Hin- und eine für den Rückweg. Dann werden die Röhren leergepumpt, bis fast ein Vakuum entsteht. Darin gleiten kleine Transportkapseln auf winzigen Kissen aus angesaugter Restluft. Durch dieses Fast-Vakuum können sie richtig an Fahrt auf nehmen.

Hyperloop, Elektroautos, Raketen

Hätte man eher drauf kommen? Vielleicht brauchte es noch einen Querdenker und Investor wie Elon Musk. Mit Hyperloop deckt der Paypal-Gründer noch eine Sparte der Mobilität der Zukunft ab: Seine Finger hat er auch im Raumfahrtunternehmen SpaceX und dem Autobauer Tesla Motors. Und irgendeine dieser neuen Erfindungen wird sich schon durchsetzen. Das Timing steht schon mal.

2016 wird die Teststrecke gebaut und 2020 soll das erste Hyperloop-System einsatzbereit sein. So sieht das Timing aus. Getestet wird standesgemäß in der Wüste Nevadas: Nördlich von Las Vegas. Als erste Strecke für einen regulären Transport ist die Verbindung von Los Angeles und San Francisco angedacht.

Wer jetzt vorschnell seine 80er-Sci-Fi-Kollektion hervorkramt, muss sich vielleicht doch noch die Kritik an dem Projekt anhören. Jon Christensen vom Institut für Umwelt und Nachhaltigkeit an der UCLA bezweifelt, dass das System wirklich anschlussfähig ist

"It doesn't solve the bigger problem. How could you possibly embed this system in the complicated transportation system that we already have in cities?"
Jon Christensen, University of California

Wie wird der Superzug in das öffentliche Verkehrsnetz in den Städten eingebunden? Auch wenn es auf der vakuumierten Strecke einen Notfall gibt, wird es schwierig mit der Hilfe. All das sind Themen, die sicherlich aufkommen werden. Jetzt wird aber erst einmal gebaut und getestet. Und ein bisschen geträumt.