Die Gewalt in Syrien nimmt kein Ende: Mittlerweile kämpfen verschiedene Interessengruppen gegeneinander. Der große Verlierer: die syrische Zivilbevölkerung.

In den Nachrichten ist der Konflikt in Syrien etwas in den Hintergrund geraten. Leider heißt das nicht, dass die Kämpfe abgeflaut wären. Im Gegenteil: Nach Schätzungen sollen seit Beginn des Krieges 150.000 Menschen getötet worden sein. Neun Millionen Menschen sind auf der Flucht. Erst am Sonntag hat die syrische Armee eine strategisch wichtige Stadt erobert: Maalula, nördlich von Damaskus.

Offensive in Zentralsyrien

Seit November/Dezember des vergangenen Jahres fahre Machthaber Baschar al-Assad eine große Offensive in Zentralsyrien, erklärt unsere Korrespondentin Sabine Rossi. Sein Ziel: Er wolle die strategisch wichtige Kalamunregion an der Grenze zum Libanon zurückerobern. Dort läuft die Nord-Süd-Achse des Landes entlang, eine große Autobahn, die Richtung Norden geht. Assad könnte so außerdem näher an die Hisbollah im Libanon heranrücken.

"Die moderateren Kräfte wie die Freie Syrische Armee, die aus Deserteuren bestand, geraten ins Hintertreffen."
Sabine Rossi, ARD-Korrespondentin in Kairo

Die Lage im Land ist weiterhin sehr unübersichtlich. Das gilt auch für Assads Gegner. Mittlerweile kämpfen im Land rund zwölf unterschiedliche Rebellengruppen. Die Folge: Moderatere Kräfte wie die Freie Syrische Armee gerieten ein wenig ins Hintertreffen. Seit Anfang des Jahres gebe es einen offenen Konflikt zwischen den Terrorgruppen al-Nusra-Front und Isis, die beide dem Al-Kaida-Netzwerk zugerechnet würden, erzählt Sabine Rossi.

Grundsätzlich gewönnen diese Terrorgruppen an Einfluss, weil sie über gut ausgebildete Kämpfer verfügten und von Privatfinanziers aus der Golfregion unterstützt würden. Eine Entwicklung, die wiederum Assad in die Karten spiele. Er versuche schon lange den Eindruck zu vermitteln, dass seine Herrschaft von Terroristen bedroht würde. Die Verlierer dieser Entwicklung: die Bevölkerung Syriens, die in diesem Kampf völlig zerrieben werde.