Kommen Menschen in Zukunft nicht mehr klar? Werden sie mit ihren Defiziten nicht mehr in der Lage sein, in einer sich immer schneller und komplexer drehenden Welt zurechtzukommen? "Neuro-Enhancement", die Optimierung unserer Gehirne mit immer besserer Technik könnte helfen.

Die Kommunikationswissenschaftlerin Miriam Meckel von der Universität St. Gallen stellt uns Implantate und Antennen vor, die ins Gehirn operiert werden, um unsere Leistungsfähigkeit zu verbessern. Viele Tests funktionieren aber auch mit Elektroden ohne sich gleich operieren lassen zu müssen. Nicht nur unsere Leistungsfähigkeit kann dadurch enorm gepusht werden, unsere Mitmenschen und auch Maschinen können genauestens mitverfolgen, was wir denken und wie wir auf Reize reagieren. Meckel zeigt auf, was schon geht und was noch kommt.

Eine andere Möglichkeit ist, menschenähnliche Roboter herzustellen, die unser Leben bereichern und in Zukunft etwa den nörgelnden Partner ersetzen. Meckel hat sich die "Prototypin" Sophia bereits angeschaut. Auch ihr könnt Sophia kennenlernen. In diesem Video stellt Dr. David Hanson, der Gründer von Hanson Robotics, seine Erfindung "Sophia" in der "The Tonight Show" vor (ab etwa Minute zwei).

"Ich hatte etwas, das mich nachhaltig beschäftigt hat: das Bedürfnis, das Gesicht zu streicheln, weil dieses Gesicht so menschlich wirkt mit einer so weichen Haut."

Die Kognitionsforscherin Elisabeth Wehling arbeitet auf einem ähnlichen Feld. Sie legt Menschen in Kalifornien in einen Gehirnscanner und analysiert, wie sie auf Sprache reagieren. Dabei hat sie festgestellt, wie sich beispielsweise konservative Menschen politisch immer mehr nach rechts bewegen lassen, wenn man ihnen Input gibt. 

"Wir sollten Abschied nehmen von der Idee, dass wir alle rein faktisch und rational über die Herausforderungen unserer Gesellschaft nachdenken können."

Die beiden Rednerinnen waren vom 7. bis 10.5.2017 auf der Republica in Berlin zu Gast und sind dort unter dem Motto "Love Out Loud" aufgetreten. 

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