Verlobungsring, Brautkleid… warum denn wegschmeißen? Auf der Website neverlikeditanyway.com können die Einsamen, Wütenden, Liebeskranken und Verlassenen ihre romantischen Geschenke verhökern.

Wenn eine Liebe zu Ende geht und man sich trennt, dann läuft das nicht immer super ab. Viele Menschen sind so getroffen oder gekränkt, dass sie Geschenke, die sie in romantischen Zeiten erhalten haben, auf den Müll werfen oder verschenken. Damit diese Dinge nicht mehr auf dem Bürgersteig oder in der Tonne landen, gibt es jetzt im Netz eine neue Sammelstelle dafür.

Mit Flugtickets fing es an

Never Liked It Anyway ist eine Idee von Bella Acton, einer brünetten Marketingberaterin aus L.A., die - natürlich - selber gerade durch eine Trennung ging: Ihr Verlobter hatte sie fünf Tage vor Weihnachten verlassen. Und sie fragte sich, was sie mit den beiden Flugtickets machen soll, die sie und ihr Verflossener für eine romantische Reise nach London gekauft hatten. Und da kam sie, schreibt das Onlinemagazin Quartz, auf eine sehr amerikanische Idee.

"Im Dating-Geschäft könne man sehr leicht zwei Milliarden machen - aber im Breakup-Geschäft, da sah Bella eine echte Marktlücke."
Martina Schulte, DRadio Wissen Netzreporterin

Never liked it anyway ist die Chance, um billig an einen Verlobungsring zu kommen. Aktuell gibt es zum Beispiel einen Zwölf-Karat-Diamantenring, der mal 12.000 Dollar gekostet hat, zum Breakup-Preis von nur 6585 Dollar. Amanda verkauft ihn, schweren Herzens wie sie sagt, weil sie die Verlobung gelöst habe und der Ring sie an ihn erinnere. Mit dem Geld will sie eine Reise nach China finanzieren, dort heirate eine Freundin von ihr und da wolle sie hin.

Breite Angebotspalette

Verlobungsringe, Brautkleider, Parfums, Taschen, selbst spitzenbesetzte Brautschuhe verkauft eine Dame - für 100 statt 200 Dollar. Die Hochzeit wurde einen Monat vorher abgeblasen - sie braucht das Geld, um Kreditkartenschulden für die Hochzeit zu begleichen.

"Die Webseite wird von Frauen dominiert, aber es gibt auch Männerzeug, etwa eine Paintball-Pistole, verkauft von einem Soldaten, dessen Freundin ihn betrogen hat."
Martina Schulte

Für Männer gibt es auch Uhren, Lederjacken, Kopfhörer und karierte Oberhemden. Einer verkauft auch einen Nerzschal für 100 statt 300 Dollar. Seine Frau hat ihn zurückgelassen, als sie zu ihrem neuen Freund nach New York zog. Er will das Geld in Rubbellose investieren. Leider schon verkauft ist eine Quadrocopter-Drohne für 45 Dollar.

Therapeutisches Aufräumen…

Skurril: Eine Dame verkauft eine angebrochene Flasche Tomatenketchup, eine andere eine Pistole samt Munition. Ursprünglich ein Geschenk für ihren Ex, schreibt sie, habe sie das Ding öfter benutzt, um damit in ihrem Hinterhof herumzuballern. Es sei eine exzellente Breakup-Therapie, ein Bier zu trinken und dann beim Ballern auf die leere Dose seinen Ärger rauszulassen…

Emotionalen Ballast abladen

Die Erfinderin Bella Acton, sagt bei The Atlantic, es gehe ihr um "etwas Größeres" als nur ums Geschäftemachen. In einer Sektion der Webseite können Menschen mit gebrochenem Herzen ihre Breakup-Geschichten erzählen und sich von anderen Userinnen trösten lassen. In der Ratgeber-Sektion gibt es ein Kartenspiel, das sich Bounce Back Stack nennt und das Psychotipps für den Neustart gibt.

"Bella verkauft auch Breakup-Kits, in denen die leidende Dame Linderung findet in Form von Mascara, Lipgloss, Haarbändern, Vibratoren und einem Datingpass."
Martina Schulte

Und was ist mit Bella Acton? Ihr geht es schon viel besser. Sie schreibt laut Atlantic bereits an einem Buch und an einer TV Show…