5000 Kilometer von Kapstadt nach Kenia: Neben endlosen und schwierigen Straßen musste Daniel Kassner vor allem mit einem zurechtkommen: der Einsamkeit.

Daniel Kassner hat sich für seine Fahrradtour direkt den schwierigsten Kontinent ausgesucht: Afrika. Dafür ist er am Anfang seiner Reise durch Namibia gefahren, was nach eigener Aussage noch zu den einfacheren Touren gehört, weil die Infrastruktur gut ist. "Namibia ist so ähnlich wie Europa - nur mit Wüste", sagt Daniel.

Was er gleich zu Beginn seiner Reise von Kapstadt nach Kenia aber auch in Namibia aushalten musste: Einsamkeit. Teilweise war Daniel eine ganze Woche lang alleine und hat nur mit Menschen gesprochen, um zum Beispiel seinen Wasservorrat wieder aufzufüllen.

"Am Anfang war es langweilig. Ich dachte auch ans Aufgeben. Irgendwann kam dann aber ganz langsam das Gefühl: Eigentlich ist es ganz schön hier."
Daniel Kassner

Daniel sagt, er sei sowieso lieber alleine - allerdings hätte er sich trotzdem an die komplette Stille gewöhnen müssen. In der Wüste ist fast nichts zu hören, sein Handy hatte auch kein Empfang. "Und dann beginnst du irgendwann, über dich und dein Leben nachzudenken. Ich war komplett auf mich reduziert. Nur ich."

Daniel Kassner auf seinem Fahrrad in Afrika
© Daniel Kassner
Daniel Kassner auf seinem Fahrrad in Afrika
© Daniel Kassner

Daniel war in der Trockenwüste Namib (Namibia und Angola) unterwegs. Er hätte dort auf der asphaltierten Hauptstraße fahren können, hat sich aber für die Wüste entschieden.

"So oder so hast du das Gefühl, nicht von der Stelle zu kommen, weil es so lange immer nur geradeaus geht", sagt Daniel. Trotzdem sei die Wüste besser, denn dort ist wenigstens kein Verkehr. Auch die Hauptstraßen in Afrika sind schmal. LKW haben wenig Erfahrung mit Fahrradfahrern und fahren oft zu dicht an ihnen vorbei.

"Von der Hauptstadt bis zur Küste sind es 250 bis 300 Kilometer. Und da ist nichts."
Daniel Kassner

Sieben Liter Wasser hat Daniel maximal dabei gehabt. Er hat vorher immer geguckt, wo er seinen Vorrat wieder auffüllen kann. Die Grundregel ist einfach: "Wo Menschen sind, ist auch Wasser."

Ansonsten hätte er sich vor der Reise zu viele Gedanken über seine Ausrüstung gemacht. Er hat in Foren gelesen und andere Reisende angeschrieben, um sich Tipps zu holen. 

Welches Fahrrad auf langer Reise?

So auch beim Thema Fahrrad. Hier gibt es unterschiedliche Ansätze: Entweder man hat eins, das einfach nicht kaputt geht. Oder man hat eins, das sich einfach reparieren lässt. Daniel hat sich für letzteres entschieden, und er musste auch ein paar Mal ran. Einmal hat ihm sein Fahrradladen zuhause ein komplettes neues Laufrad geschickt. Eine empfohlene Rohrzange, die er zur Reparatur mitgeschleppt hat, hat sich allerdings wenig bewährt. "Dieses schwere Teil habe ich nicht ein einziges Mal gebraucht", sagt er heute.

"Ich habe mir vor der Reise zu viele Gedanken über die Ausrüstung und zu wenige Gedanken über mich selbst gemacht."
Daniel Kassner