Wochenlang Wolken und viel Regen – das sagt das Gefühl. Trockene Böden in Norddeutschland und insgesamt zu geringe Grundwasserbildung – das sagt der Dürremonitor des Helmholtz Zentrums für Umweltforschung.

Trotz der gefühlt großen Niederschlagsmengen der vergangenen Wochen gibt der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung keine Entwarnung. Das Wasser reicht in manchen Gegenden gerade für die oberen Bodenschichten bis 25 Zentimeter Tiefe.

Bis 1,80 Meter Bodentiefe ist das Wasser vielerorts noch nicht vorgedrungen. Die Böden sind nach dem heißen und trockenen vergangenen Jahr so trocken und hart, dass das Wasser eher oberflächlich abfließt, bevor es in der Erde versickert.

"So sehr wir alle keinen Bock mehr auf Regenwetter haben. Eigentlich brauchen wir das weiterhin. Im Prinzip kann es nicht genug regnen."
Dominik Peters, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Vor allem der Norden Deutschlands ist betroffen. Dieser Kartenbereich ist auf dem Dürremonitor noch immer fast vollständig orange oder sogar tiefrot eingefärbt.

Feuchte Böden im Süden

Etwas entspannter ist die Lage in Süddeutschland. Dort ist in manchen Regionen ausreichend Wasser im Boden. Bis die Böden sich aber wieder komplett vollgesaugt haben, wird es dauern, sagt Andreas Marx vom Helmholtz Zentrum für Umweltforschung.

"Einzelne Starkniederschlagsereignisse helfen in Dürreperioden wenig oder gar nicht. Auch ein bis zwei Wochen mit überdurchschnittlichem Niederschlag helfen dem Grundwasser nicht."
Andreas Marx, Helmholtz Zentrum für Umweltforschung

Insbesondere manche Bäume, die ihr Wasser tiefer unter der Erde holen, bekommen auch aktuell nicht genügend Wasser. Also leiden viele Bäume weiterhin unter Trockenstress.

Grundwasserbildung als Problem

Auch die Grundwasserbildung ist vom Wassermangel betroffen. Rund drei Viertel des Trinkwassers in Deutschland wird aus dem Grundwasser entnommen. Und in den vergangenen Wintern haben sich Grundwasserreserven nicht ausreichend aufgefüllt, um die Verluste aus den heißen, trockenen Sommern der vergangenen Jahre auszugleichen.

Für die kommenden Jahre geht der Deutsche Wetterdienst in Modellrechnungen von geringeren Niederschlägen aus. Voraussichtlich werden sich die Niederschläge auch anders über das Jahr verteilt verteilen. Eher trockene und heiße Sommer und eher feuchte Winter.

Die Wasserstrategie der Bundesregierung sieht vor, den gesamten Wasserhaushalt in Deutschland gegen Klimaextreme zu wappnen. Einige der Instrumente sollen sein: Weniger Flächen versiegeln, mehr Wasserspeicher aufbauen und Wasser bewusster konsumieren.

  • Moderation:  Till Haase
  • Gesprächspartner:  Dominik Peters, Deutschlandfunk-Nova-Reporter