Richard Gutjahr ist in Nizza. Der Journalist hat miterlebt, wie sich vor seinen Augen ein Anschlag abspielt. Er nimmt sein Handy und filmt, wie der Lastwagen über die Promenade rast und Menschen in Panik geraten. Nach einer schlaflosen Nacht berichtet er bei DRadio Wissen, was er erlebt hat.

Eine Übersicht über die Ereignisse in Nizza gibt es hier.

Eigentlich sollte es ein verlängertes Wochenende für Richard Gutjahr werden. Erst wenige Stunden vor dem Anschlag ist er in der Stadt angekommen, um den Nationalfeiertag und das riesige Volksfest zu erleben. Dann tauchte plötzlich der Lastwagen auf. "Der passte überhaupt nicht ins Bild", berichtet Richard Gutjahr. "Der fuhr erst ganz langsam an und nahm dann nach und nach an Fahrt auf." Der Journalist filmt die Szene und schickt sie an seine Kollegen von ARD und WDR.

Von seinem Hotelzimmer aus kann Richard Gutjahr beobachten, wie ein Motorradfahrer versucht, den Truck einzuholen und in den Fahrerraum zu gelangen. Er sieht, wie der Motorradfahrer versucht die Tür zu öffnen, ihm das misslingt und selbst unter die Räder gerät. Dann, so Richard Gutjahr, halten Beamte auf den Lastwagen zu: "Der Wagen gerät ins Schlingern, fährt in die Menschenmenge rein und dann nur noch Schüsse für 10, 20 Sekunden."

Am Morgen ist die Stadt still. Keine Autos oder Menschen auf der Straße. "Es ist wie ausgestorben. Wie nach einem Krieg."

Lob für Berichterstattung

Richard Gutjahr wird in sozialen Medien für seine Berichterstattung gelobt - zum Beispiel, dass er den Anschlag nicht live streamte, etwa über Periscope oder Facebook Live Video oder auf Youtube hochgeladen hat. "Man ist schlecht beraten, wenn man solches Material einfach ungefiltert in die Netzwerke haut", sagt Gutjahr.