Aufs Masturbieren verzichten, am besten für immer. Das ist das Ziel der Nofap-Community. Die Mitglieder sagen, sie seien damit fitter, konzentrierter und hätten ein stärkeres Selbstbewusstsein.

Vackurah, das ist sein Youtube-Name, ist Nofapper und überzeugt davon: Er versucht, komplett aufs Masturbieren zu verzichten. Wer damit was anfangen kann und sich überzeugen lassen will, sollte das Interview mit ihm hören:

Vackurah
"Ich war antriebslos, hatte wenig Kontakt zu Frauen, war leicht depressiv und wollte unbedingt was verändern. Nofap hat mir geholfen, die Probleme strukturell aufzuarbeiten. Jeden Tag, wenn man aufsteht, hat man mehr Energie. Ich habe ein größeres Selbstbewusstsein. Ich habe eine gesteigerte Selbstliebe, bin fokussierter."

Pornos haben ihn abgestumpft. Davon ist Vackurah überzeugt: Regelmäßiges Masturbieren ist für seine Probleme verantwortlich. Nachdem er die Nofap-Community im Netz entdeckte und mitmachte, geht es ihm viel besser, sagt er.

Abstinenz soll Lebensqualität steigern

Nofap geht zurück auf Alexander Rhodes, der seit 2011 nach eigenen Angaben versucht, aufs Masturbieren zu verzichten. Tagelange Abstinenz würde seine Lebensqualität steigern. Das schrieb er damals ins Internet, und er fand tausende Männer, die mitmachten und freiwillig mit der Selbstbefriedigung aufhören wollten.

"Konzentriere dich nicht auf deinen Penis, konzentriere dich auf was anderes, tu was."

Die Motivationen einzelner Nofapper unterscheiden sich. Manche versprechen sich, fitter, selbstbewusster und ausgeglichener zu werden. Andere sehen in exzessivem Pornokonsum Ursache für diverse Probleme in ihrem Leben. 

Ob das stimmt oder nicht: Tatsächlich ist es heute so einfach wie nie Pornos zu konsumieren. 25 Prozent der Internetanfragen haben was mit "Porno" zu tun. Pornokonsum unter Jugendlichen ist verbreitet. Warum nicht einfach mal reduzieren?

Aufhören geht nicht so einfach

Kritiker sagen, das klappt sowieso nicht. Wer eine Sucht hat, soll eine Therapie machen. Dass Pornos negative Konsequenzen haben, ist nicht belegt. Davon abgesehen sei der Drang zur Sexualität etwas natürliches, ein Bedürfnis wie Trinken.

"Stell dir mal vor, du dürftest nicht trinken. Dann würdest du immer irgendwie versuchen, verklemmt und heimlich ein Glas zu trinken zu holen. Weil du das brauchst. Weil es zu dir gehört."
Anja Frost, Therapeutin
Notfallmediziner Johannes Wimmer
Gespräch über die "Nofap"-Community