Serienstar, Dr. Sommer aus New York und jetzt auch Buchautorin - warum an Lena Dunham kein Weg vorbei führt.

Ihr Name ist Hanna, Hanna Horvath. Sie ist die Hauptfigur der US-Serie "Girls", Mitte 20, lebt in New York und ist ständig auf der Suche nach Jobs und einem interessanten Leben. Gespielt wird Hanna von Lena Dunham, die auch die Drehbücher für die Serie schreibt. Hanna ist ein bisschen wie Lena Dunham selbst: schamlos, naiv, egozentrisch, aber doch irgendwie liebenswert. Dazu kommen noch ihre Freundinnen, die ähnliche Probleme haben - oder auch ganz andere. Faule Kritiker bezeichnen die Serie als eine Art Real-Life-Sex-and-the-City.

Jetzt hat Lena Dunham ein Buch geschrieben: "Not that Kind of Girl" - im Deutschen hat das Buch noch den Untertitel "Was ich im Leben so gelernt habe" verpasst bekommen. Worum es geht? Eine Art Essay-Sammlung, Lebensratgeber und Beichte, erzählt DRadio-Wissen-Reporterin Hanna Ender. Aber keine Angst - alles ist hier ein wenig ironisch, wie immer, wenn Lena Dunham beteiligt ist.

Sex und Listen

Ihre großen Themen: Sex, Phobien, Männer und ein gestörtes Selbstbild. Was auch nicht fehlen darf, sind natürlich Listen: Menschen, mit denen es o.k. ist, in einem Bett zu schlafen oder auch solche, bei denen man es lieber bleiben lässt. Kurz zusammengefasst: Tipps, die man gerne von der besten Freundin oder der großen Schwester bekommen hätte. Zwischendurch wird der Ironiemodus auch mal ausgestellt. Etwa wenn es um eine Vergewaltigung am College geht. Ein Thema, das gerade in die USA sehr intensiv diskutiert wird.

"Das Buch ist eine Mischung aus Memoiren, Lebens-Beichte und Ratgeber. Extrem offen schreibt Lena über Sex, Phobien, Männer und ein gestörtes Selbstbild: 'I am 20 years old and I hate myself' lautet der erste Satz."
Hanna Ender, DRadio-Wissen-Reporterin

Lena Dunhams bester Trick ist der "Girls"-Trick. Das Buch ist in Ich-Form geschrieben, aber es bleibt unklar, wer dieses ich ist: Lena Dunham, ihre Schöpfung Hanna Horvath oder jemand ganz Neues. Autobiografisches verschmilzt mit Fiktivem. Eine Taktik mit der es Lena Dunham weit gebracht hat. Zum Beispiel zur Coolsten Person des Jahres beim Time Magazin.

Was ihre Fans an ihr lieben: Lena Dunhams vermeintliche Normalität. Bei "Girls" geht es nicht um 500-Dollar-Schuhe oder die Suche nach Mr Right, sondern um die Probleme, die Miete zusammenzubekommen oder um Sex mit Vollidioten. Kurz: Ganz normale Dinge, mit denen sich Frauen zwischen 20 und 30 herumschlagen, sagt Hanna Ender.

Dazu kommt: Lena Dunham ist keine Hochglanz-Hollywood-Schönheit, sondern eine junge Frau mit ein Paar mehr Gramm auf den Hüften. Jemand, der sich bei "Girls" schon mal auf die Cellulite zoomen lässt.

Viel wichtiger ist aber noch etwas anderes: Lena Dunham sagt zu allem ihre Meinung und nutzt dabei jeden Kanal, der sich ihr bietet. Neben ihrem neuen Buch zum Beispiel auch einen eigenen Youtube-Kanal, bei dem sie eine Art New Yorker Dr. Sommer gibt. Unter den Hashtag #asklena können User Fragen an Dr. Dunham schicken.

Problematisch wird es für Lena Dunham nur dann, wenn sie sich einmal anders verhält, als von ihr erwartet wird. Etwa die Sache mit dem Vogue-Cover. Da stellte sich nämlich heraus, dass selbst bei Miss Unprätentiös etwas mit Photoshop nachgeholfen wurde.