Kim Jong Un führt eine neue Standardzeit ein: ab dem 15. August 2015 ticken die Uhren im Land nach "Pjöngjang-Zeit". Was für ein Coup!

Mein Land, mein Volk, meine Zeitzone! Seit 70 Jahren ticken die Uhren in Nordkorea nach japanischer Zeit. Nun aber, zum 70. Jahrestag der Befreiung der Koreaner von der japanischen Kolonialherrschaft, werden die Uhren umgestellt und die von den "boshaften Imperialisten" auferlegte Zeit wird abgeschafft, wie es heißt. Japan drehte die Uhr einst eine halbe Stunde vor, Kim dreht nun wieder zurück.

Jedem Land seine Zeit

Südkorea findet das nicht so toll: denn durch die Zeitumstellung könnte es Schwierigkeiten für den Austausch in den Grenzgebieten geben. Südkorea will die bisherige Zeit beibehalten. Tatsächlich sind die Zeitzonen Ländersache, das heißt, jedes Land kann das grundsätzlich so machen, wie es will.

Deutschland tickt nach der Mitteleuropäischen Zeit. Die UTC ist die Koordinierte Weltzeit - die Abkürzung kommt vom englischen Universal Time, Coordinated. Die wurde schon 1884 festgelegt und hieß damals noch Greenwich Mean Time, kurz GMT, weil der Nullmeridian mitten durch den Londoner Stadtteil Greenwich verlief.

"Entsprechend der 24 Stunden am Tag wurden 24 Zeitzonen eingerichtet, immer mit einem Abstand von 15 Grad. Das zumindest ist die ideale Einteilung."
Meike Rosenplänter, DRadio Wissen Nachrichten

Vor der standardisierten Weltzeit gab es nur die Ortszeit, die sich nach dem Stand der Sonne richtete. Selbst innerhalb Deutschlands gab es unterschiedliche Zeitzonen. Mit der Eisenbahnen und der Telegrafie wurde aber eine Standardisierung notwendig.

"Mit dieser Halbstunden-Sonder-Zeitzone ist Nordkorea übrigens nicht allein - die gibt es zum Beispiel auch in Indien, in Venezuela, im kanadischen Neufundland und im Iran."
Meike Rosenplänter, DRadio Wissen Nachrichten

Mehr dazu: