1,8 Millionen Abonnenten hat Louis Cole auf Youtube. Jetzt war der Reise-Vlogger in Nordkorea unterwegs. Die Videos kamen nicht ganz so gut an. Zu unkritisch sei Cole mit dem Land umgegangen.

Weil er in Nordkorea keinen Internetzugang hatte, veröffentlichte Louis Cole seine Videos erst nach seiner Rückkehr. In seinen Vlogs sieht man "North Korean Surfer Chicks" oder Louis Cole in einem riesigen Wasser-Freizeitpark auf der Rutsche und beim Surfen von künstlichen Wellen. Dass es in Nordkorea kein freies Internet gibt, findet Cole gar nicht so schlimm. Für ihn war das eine gute Gelegenheit abzuschalten, sagt er.

Die Videos sehen nach großem Urlaubsspaß aus. Was sie nicht zeigen, sind die Probleme des Landes. Amnesty International schätzt, dass in Nordkorea Hunderttausende Menschen in Straflagern sitzen und dort gefoltert werden. Millionen Menschen hungern. Da wirken die Halligalli-Spaß-Videos von Louis Cole irgendwie fehl am Platz. Kritiker werfen ihm vor, er mache Werbung für Nordkorea und spiele damit Machthaber Kim Jong-Un in die Hände.

Nur positiv geht einfach nicht

Louis Cole verteidigt seine Videos. Er sagt, seinen Abonnenten sei schließlich bewusst, dass es auch diese andere Seite von Nordkorea gibt. DRadio-Wissen-Netzreporterin Donya Farahani bezweifelt das aber. Sie glaubt nicht, dass wirklich alle wissen, wie es in Nordkorea sonst so zugeht.

Kritik kommt auch von der Organisation Human Rights Watch und Philip deFranca, das ist ein US-amerikanischer News-Youtuber, der selbst 4,5 Millionen Abonnenten hat.

Dem Erfolg von Louis Cole tut die Kritik keinen Abbruch. Im Gegenteil, sie macht seinen Channel noch bekannter. Es gibt aber auch Youtuber, die das anders gelöst haben. Jacob Laukaitis war ebenfalls in Nordkorea unterwegs. Er erzählt zu Beginn des Videos, wie es entstanden ist, und zeigt auch Bilder von einem Studenten aus den USA, der zu 15 Jahren Zwangsarbeit verurteilt wurde, weil er ein Plakat mit einem politischen Statement aus einem Hotel klauen wollte. Er macht von Anfang an klar: Ich kann euch nur zeigen, wie es ist, als Tourist in Nordkorea zu sein - mehr nicht.