Markos Aristides Kern will eine Surfschule eröffnen. Ausgerechnet in Nordkorea - und zwar am Majon Beach, an der Ostküste Nordkoreas. Die Genehmigung der Tourismusbehörde hat er schon.

Mit Nordkorea verbindet man so einiges. Spaß haben und Wellenreiten gehört bislang nicht dazu. Markos Kern möchte das ändern. Der Münchner plant - zusammen mit einem internationalen Team - den Aufbau einer Surfschule in Kim Jong Uns Diktatur. Und der Majon Beach scheint ihm der perfekte Spot: Eine kleine Bucht, überschaubare Wellen, ein neues Hotel, gute Infrastruktur.

"Wir wollten da hin, um einfach eine gewisse Grundkommunikation zu starten, sich mit dem Land auseinanderzusetzen, ohne gleich in diese politische Nummer einzutauchen."
Markos Aristides Kern, Surfer und Unternehmer
Surfer wird interviewt.
© surfnorthkorea
Markos war schon zwei Mal in Nordkorea. An der Ostküste fand er den perfekten Spot.

Im September war Markos auf großer Tour durch das Land, knapp 6000 Kilometer. Unglaublich schön sei es da, sagt er. Flüsse, Seen und Strände hat er sich angesehen. Natürlich geht man aber nicht nach Nordkorea, um einen normalen Urlaub zu machen, räumt er ein. "Das interessante ist, sich mit diesem Land auseinanderzusetzen."

Touristen bringen Devisen

Der Tourismus ist für Nordkorea eine wichtige Einnahmequelle. Neuerdings wirbt das kommunistische Land regelrecht um Touristen. Die meisten Urlauber kommen bislang aus China. Rund 5000 kamen 2014 aus Europa. Ein Skigebiet wurde bereits eröffnet. Und nun vielleicht auch bald eine Surfschule?

"Nordkorea ist seit den 70er Jahren offen für Tourismus. Man kann online gehen, sich auf einer Website ein Paket buchen und dann fliegt man da hin. Es ist eigentlich viel einfacher als immer erzählt wird."
Markos Aristides Kern, Surfer und Unternehmer

Es gibt aber Kritiker, die halten dieses Projekt für zynisch. Nordkorea - das ist immer noch Armut, Hunger, Unterernährung. Und ein Regime, das seine Bevölkerung unterdrückt. Eine Surfschule würde nur weiter Kims Taschen füllen.

Markos sagt dazu: "Natürlich gibt das Land Geld für Dinge aus, die wir nicht unterstützen. Auf der anderen Seite ist es auch keine Lösung zu sagen: Die bauen Atomraketen, jetzt geben wir denen gar keine Devisen und gehen dort gar nicht hin."

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