Der Pipeline-Bau durch das Reservat Standing Rock der Sioux in North Dakota hat Indianer aus allen Landesteilen der Vereinigten Staaten zusammengeführt. Ihr Protest hat erfolgreich einen Baustopp erwirkt.

Die Indianer vom Stamm der Sioux, die im Reservat Standing Rock leben, fürchten um ihr Trinkwasser, das durch den Bau der Pipeline gefährdet werden könnte, obwohl sie gar nicht direkt durch das Reservat führt, sondern nur angrenzt. In dem Reservat befinden sich große Trinkwasservorkommen. Sie bilden eine ihrer Lebensgrundlagen. Die Sioux sehen außerdem alte Gebietsverträge durch den Bau verletzt und fürchten um die Gräber ihrer Vorfahren, die durch den Bau zerstört werden könnten. Überhaupt sei es heiliges Land und dürfe nicht angetastet werden.

Seit August gibt es massive Proteste. Im Protestcamp haben zuletzt bis zu 5000 Menschen gelebt - darunter sehr viele Indianer aus allen Landesteilen, Sympathisanten und Umweltaktivisten.

"Man spricht von der größten Stammesversammlung seit hundert Jahren."
Thilo Kößler, Deutschlandradio-Korrespondent in den USA

Vor wenigen Tagen verschärften sich die Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Einsatzkräften, die Lage drohte zu eskalieren. Die Nationalgarde hat bei eisigen Temperaturen Wasserwerfer eingesetzt: "Das war ein wenig freundlicher Akt", sagt Thilo Kößler. Parallel dazu liefen mehrere Gerichtsverfahren. In diese Auseinandersetzungen hat sich nun US-Präsident Barack Obama eingemischt. Er schlägt vor, ein Verfahren zu finden, dass die Rechte und Befürchtungen der indigenen Bevölkerung achte.

In diesem Sinne hat die Bauaufsichtsbehörde United States Army Corps of Engineers den Bau der Pipeline nun ausgesetzt und prüft alternative Routen. Die Pipeline soll Öl aus Fracking-Bohrstellen aus dem Norden Dakotas durch mehrere Bundesstaaten bis nach Illinois führen. Täglich soll sie 150.000 Barrel Rohöl befördern. Die Pipeline ist schon bis zu 92 Prozent fertiggestellt. Nach Fertigstellung soll sie 1900 Kilometer lang sein. Es fehlt nur noch das letzte Stück unter dem Lake Oahe. Die Pipeline soll eine Alternative zu den vielen LKW sein, die das Öl derzeit über die Straßen transportieren.

Angeblich hat Donald Trump sehr viel Geld in die Baufirma der Pipeline, Energy Transfer Partners, und in die Firma Philips, die 25 Prozent Anteile an dieser Röhre hält, investiert.

"Wo Trumps Sympathien liegen, ist bereits deutlich geworden: Sicherlich auf Seiten des Geschäftes und sicherlich nicht auf Seiten der indigenen Bevölkerung."
Thilo Kößler, Deutschlandradio-Korrespondent in den USA

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