Für riesige Frachter und Kreuzfahrtschiffe plant Norwegen einen Schiffstunnel unter der Halbinsel Stad.

Die norwegische Küste ist von Fjorden zerklüftet, sagt unser Korrespondent Bernd Musch-Borowska. Der Atlantik an der Westküste Norwegens sei besonders stürmisch, erklärt er. Zusätzlich entstünden gefährliche Strömungen durch die besonders großen Wassertiefen. Schiffe, die von einem Fjord zum anderen fahren wollen, müssten gefährliche Klippen umschiffen. Immer wieder sei es zu Unfällen gekommen und aufgrund der Wetterlage müssten Fähr- und Frachtverkehr immer wieder eingestellt werden. Mit dem Tunnel unter der Halbinsel Stadlandet würde der Schiffsverkehr sicherer und zuverlässiger werden.

Rekordtunnelbauer

Die Norweger wollen durch das Felsgestein der Halbinsel einen Tunnel bohren, sagt Bernd Musch-Borowska. Er soll 36 Metern breit und 49 Meter hoch werden. Die Wassertiefe soll bei 12 Metern liegen, so dass riesige Frachter und Kreuzfahrtschiffe durch passen. Die Kosten sind bislang auf 115 Millionen Euro veranschlagt worden. Die Hälfte davon wird Norwegen finanzieren, die andere Hälfte wird voraussichtlich von der Industrie bezahlt werden. Das Projekt ist inzwischen soweit, dass eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben wird.

Die Norweger bringen viel Erfahrung mit im Tunnelbau: Im Jahr 2000 wurde nach fünf Jahren Bauzeit der längste Straßentunnel der Welt mit 24 Kilometer Länge fertig gestellt. Bereits 1999 wurde der Nordkaptunnel eröffnet, der an seiner tiefsten Stelle über 200 Meter unter dem Meeresspiegel liegt. Und 2017 soll der Rogfast-Tunnel nördlich von Stavanger eingeweiht werden: Er soll der längste und tiefste Tunnel werden.

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