Andreas Mann ist Notfallseelsorger und überbringt Todesnachrichten. Er sagt, dieser Job fordert ihn auch nach mehr als 20 Jahren immer wieder heraus.

Beim Überbringen einer Todesnachricht arbeitet der Pfarrer und Notfallseelsorger Andreas Mann immer mit der Polizei zusammen, denn bei denen liegt in einem solchen Fall die Hoheit. Er wird immer dann angerufen, wenn Rettungskräfte an einer Unglücksstelle merken, dass Betroffene oder Angehörige psychische Betreuung brauchen, weil die Situation das normale Verarbeitungsvermögen übersteigt.

"Wir stehen bei und machen erst einmal gar nichts"
Andreas Mann, Notfallseelsorger

Andreas Mann beschreibt seine Aufgabe darin, einfach da zu sein, wenn Menschen eine schockierende Nachricht erhalten und zu warten, bis sich der Schock etwas setzt. Die Emotionen, die er erlebt reichen von Wut über Zorn, völlige Verzweiflung bis hin zur Genugtuung - je nachdem wie das Verhältnis zwischen Angehörigen und der verstorbenen Person war. "Wir stehen bei und machen erst einmal gar nichts", beschreibt er seine Arbeit.

"Ich frag mich manchmal auch, was hält Dich bei der Stange?"
Andreas Mann, Notfallseelsorger

Der Notfallseelsorger findet immer wieder eine neue Herausforderung in seinem Job, weil keine Situation - in der er gerufen wird - vorhersehbar ist. Und er stellt immer wieder fest, wie viel man doch in kurzer Zeit erreichen kann.