Seit fast drei Jahren läuft der NSU-Prozess, es gab bisher 272 Verhandlungstage. Ein Film will jetzt die Geschichte der mutmaßlichen Terroristen zeigen und die Frage klären: Wie konnte es dazu kommen, dass sich Menschen so radikalisieren?

Das Trio aus Jena ist 1998 in den Untergrund abgetaucht und hat eine rechtsextreme Terrorgruppe gegründet. Zwischen 2000 und 2007 haben sie dann nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei zehn Menschen getötet, viele weitere haben sie mit Sprengstoffanschlägen verletzt. Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe sollen die Köpfe des Nationalsozialistischen Untergrunds NSU sein. Die beiden Uwes haben sich umgebracht, Beate steht vor Gericht.

So hat sich das NSU-Trio kennengelernt

Der erste Teil der Spielfilmtrilogie der ARD, Mitten in Deutschland: NSU, erzählt, wie sich das Trio kennengelernt hat. Was tatsächlich bekannt ist, ist eine Mischung von harten Fakten und subjektiven Eindrücken. "Anfang der 90er Jahre sind sie wie so eine Art Schicksalsgemeinschaft durch Jena gezogen", sagt ARD-Terrorismusexperte Holger Schmidt. Auf ganz verschiedene Weisen seien Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe mit ihrem Leben unzufrieden gewesen.

"Aus der rechtsextremen Szene hat das Trio ein ungeheures Stärkegefühl herausgezogen."
Holger Schmidt, ARD-Terrorismusexperte

Wie sich die Drei aber dann radikalisiert haben, ist nicht ganz klar. "Das fremdenfeindliche Gedankengut hat am Ende alle drei vereint", sagt Holger Schmidt, zusammen auch mit vielen anderen, die später als Unterstützer der Terrorzelle aufgetaucht sind.

Nur Zschäpe kann aufklären

Die einzige, die wirklich Aufklärung liefern könnte, ist Beate Zschäpe. Seit sie angefangen hat, vor Gericht auszupacken, stilisiert sie sich selbst als Opfer der beiden Uwes. Holger Schmidt, der den Prozess und Zschäpe beobachtet, hält das allerdings für eine Masche: "Es ist doch sehr wahrscheinlich, dass sie sehr viel stärker und viel wichtiger in dieser Gruppe war, als sie das selbst jetzt erzählt."

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