Für viele Studienfächer gibt es einen "Numerus Clausus", der die Zulassung beschränkt. Deutschlandweit wird dieser NC aber sehr unterschiedlich gesetzt: In Berlin sind rund 61 Prozent aller Studiengänge mit einem NC belegt, in Thüringen nur 19 Prozent.

Jedes Jahr beobachtet das CHE Centrum für Hochschulentwicklung, wie
sich der Numerus Clausus in Deutschland entwickelt. Am heutigen Mittwoch (08.07.) wurden die Zahlen für das Wintersemester 2020/21 veröffentlicht.

Insgesamt gibt es deutschlandweit nicht wesentlich mehr Studiengänge mit NC als in den Jahren zuvor. Doch regional gibt es recht große Unterschiede, berichtet unsere Reporterin Teresa Nehm.

"Im bundesweiten Vergleich gibt es weitaus mehr Studiengänge mit Numerus Clausus in den Stadt-Staaten, also in Berlin oder Hamburg zum Beispiel. Dort haben über 60 Prozent der Studiengänge eine Zulassungsbeschränkung."
Teresa Nehm, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Besonders beliebt bei den Studierenden sind die großen Städte, Berlin oder Hamburg beispielsweise. Und dort ist es entsprechend schwieriger, einen Studienplatz zu bekommen.

Bei den Unistädten ist es in diesem Jahr Leipzig, wo mit 65 Prozent die meisten Studiengänge mit einem NC belegt sind. Leipzig löst damit Hannover ab, das in den Jahren zuvor der Spitzenreiter war.

Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften oft mit NC

Schaut man sich die Fächer an, für die die Universitäten häufig einen NC verlangen, dann stechen die Rechts- Wirtschafts- und Sozialwissenschaften heraus, berichtet Teresa Nehm: Bundesweit wird bei rund der Hälfte dieser Studiengänge ein NC verlangt.

"Medizin, Tiermedizin, Zahnmedizin oder Psychologie haben eigentlich immer einen NC. Die werden ja zentral bundesweit vergeben, über ein besonderes Vergabeverfahren."
Teresa Nehm, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Auch Medizin oder Psychologie sind Fächer, die grundsätzlich nur mit einem entsprechenden Notendurchschnitt studiert werden können – doch die Vergabe dieser Studienplätze wird zentral geregelt, also nicht über die Universitäten vor Ort.

Städtevergleich kann sich lohnen

Für Studienanfänger lohnt es sich also, zu vergleichen: Ist mein Studienfach in meiner Wunschstadt belegt, habe ich vielleicht gute Chancen gleich nebenan. Beispiel Ingenieurwissenschaften: In Berlin sind in diesem Fachbereich über 70 Prozent der Studiengänge zulassungsbeschränkt – aber in Potsdam sind 80 Prozent frei zugänglich.

Und im Ländervergleich sind Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern die beiden mit den wenigsten Zulassungsbeschränkungen insgesamt. Auch Rheinland-Pfalz hat mit rund 24 Prozent einen recht geringen Anteil an NC-Studiengängen.

"In Thüringen haben nur rund 20 Prozent der Studiengänge einen NC, auch in Mecklenburg-Vorpommern oder Rheinland Pfalz gibt es sehr viele frei zugängliche Studiengänge."
Teresa Nehm, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Übrigens: Studiengänge in den Bereichen Kultur und Sprachen haben am Seltensten einen NC – allerdings kann es andere Hürden geben, einen Sprachtest beispielsweise.