Wenn man ein gutes Öl will - ja was will man da eigentlich? Kalt gepresst steht oft drauf, nativ, manchmal raffiniert. Und welches Öl nimmt man denn nun am besten für was? Wir haben eine Ernährungswissenschaftlerin gefragt.

Dass die ungesättigten Fettsäuren im Pflanzenöl gut für den Körper sind, weil sie entzündungshemmend wirken, wissen wir. Da haben wir uns bei DRadioWissen erst vor Kurzem mit beschäftigt. Jetzt wollen wir uns genau anschauen, wie die jeweiligen Öle in die Flasche kommen und was davon eigentlich gut ist. Dazu haben wir mit Ernährungswissenschaftlerin Maike Ehrlichmann gesprochen.

Nativ

Nativ ist die Beschreibung für die Qualität des Öls. Nativ heißt, dass es seinen typischen Geschmack und die Farbe behalten soll und damit zusammenhängend die wertvollen Inhaltsstoffe.

Kalt gepresst

Wenn auf dem Olivenöl kalt gepresst steht, bezeichnet das die Methode der Herstellung. Damit es nativ bleiben kann, muss es so schonend wie möglich gepresst sein. Bei Nussöl beispielsweise darf das laut einer EG-Verordnungen nicht über 60 Grad gehen. Bei Olivenöl sind 27 Grad das Maximum.

Raffiniert

Das Raffinieren von Ölen ist eine Art Reinigung. Unter den industriellen Herstellern nennt man das Veredelung, wobei es so edel gar nicht ist. Im Gegenteil. Denn es wird alles aus dem Öl entfernt, was für uns eigentlich gut, aber eben auch nicht lange haltbar ist. Raffinierte Öle sind daher lange haltbar und meist geschmacksneutral.

Frisches Öl schmeckt am besten - hält aber nicht lange

Zum Verzehr - nicht zum Braten - empfiehlt Ernährungswissenschaftlerin Maike Ehrlichmann frisches Öl. "Einfach weil das ganz anders, viel besser und intensiver schmeckt." Der Haken an der Sache sei die Haltbarkeit. Das Leinöl zum Beispiel, das wegen seiner vielen ungesättigten Fettsäuren sehr gesund ist und zudem auch extrem beliebt, hält nur vier bis sechs Wochen im Kühlschrank.

In frischem Leinöl sind ganz besonders viele ungesättigte Fettsäuren, also die Fettsäuren, die wir haben wollen, weil sie uns vor radikalen Sauerstoffspezien schützen.
Ernährungswissenschaftlerin Maike Ehrlichmann über die Vorteile von frischem Leinöl

Ungesättigte Fettsäuren gelten als entzündungshemmend. Diese Fettsäuren reagieren aber nicht nur in unserem Körper, sondern auch, sobald wir die Leinölflasche öffnen. Dann reagiert das Öl nämlich mit Sauerstoff und deshalb wird es nach kurzer Zeit ranzig und schmeckt nicht mehr so gut. Erhitzen sollte man es niemals, aber frisch zu Kartoffeln mit Quark beispielsweise schmeckt es super.

Mehr Infos zu den verschiedenen Eigenschaften von Ölen, unter anderem auch dem Unterschied zwischen pflanzlichen und tierischen Ölen, gibt es hier: