Familie ist wichtig. Nicht nur für den Menschen, sondern auch für einige Insekten. Ohrenkneifer zum Beispiel sind wahre Familientypen. Die Beziehungen in der Ohrwurm-Familie hat ein Wissenschaftler-Team von der Universität Mainz nun erforscht.

In der Tierwelt gibt es unglaublich viele Arten von sozialen Lebensformen: Da gibt es die einzelnen Individuen und die hoch arbeitsteiligen Sozialstaaten, wie wir sie etwa von den Bienen kennen. Bei Ohrenkneifern entdeckten Wissenschaftler ein Zusammenleben, dass dem einer Familie ähnelt, zumindest auf einem recht simplen Niveau.

"Wir finden bei Ohrwürmern ein System vor, das dem anfänglichen Zustand eines Familienlebens recht nahe kommt."
Jos Kramer von der Uni Mainz

Weibliche Ohrwürmer legen im Herbst bis zu 45 Eier. Die Mütter passen auf die Eier auf und halten sie sauber. Wenn die Jungen schließlich geschlüpft sind, könnten sie eigentlich aus der Familie aussteigen und sich so dem Konkurrenzkampf mit den Geschwistern entziehen. Sie verlassen sich aber weiterhin auf ihre Gemeinschaft - und die Wissenschaftler können so den Ursprung sozialer Verhaltensformen erforschen.

Die Ohrenkneifer-Kids halten zusammen

Wenn ihre Mutter nicht da ist, unterstützen sich die Geschwister gegenseitig. Jos Kramer von der Abteilung Evolutionsbiologie an Universität Mainz erklärt: Die Nachkommen von Ohrwürmern konkurrieren nicht nur um Futter, sondern die Geschwister teilen die Nahrung auch untereinander. Die Vorteile der Ohrenkneifer-Familie sind also größer als ihre Nachteile.