Handy, Schlüssel, Portemonnaie – täglich minutenlang nach etwas zu suchen, muss nicht sein. Mit ein paar Tricks könnt ihr euch diese Zeit sparen.

Wenn wir einen wichtigen Gegenstand, wie einen Schlüsselbund oder das Portemonnaie mit all unseren Karten darin, nicht mehr wiederfinden können, dann bedeutet das oft großen Stress. Denn wir müssen Zeit und Geld aufwenden, um diese wichtigen Dinge neu zu beschaffen.

Bücher im Wert von mehreren Millionen Pfund verschollen

Ein Fall, der sich in der Universitätsbibliothek von Cambridge zugetragen hat, ist da schon eher zum Schmunzeln – und das vor allem, weil die wichtigen Dokumente wieder aufgetaucht sind. 21 Jahre waren die Notizbücher des britischen Naturforschers Charles Darwin nicht auffindbar. Richtig beunruhigend fanden die Bibliothekare das wohl nicht, da sie wohl angenommen haben, dass die Bücher, die mehrere Millionen Pfund wert sind, irgendwo falsch einsortiert worden waren.

Kürzlich sind die Bücher wieder aufgetaucht, nachdem eine unbekannte Person sie in einer Tüte im öffentlichen Bereich der Bibliothek abgelegt hat.

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Wenn wir einen Gegenstand suchen, dann gehen wir meist zu ineffizient oder zu irrational vor. Das stellte die Psychologin Anna Nowakowska bei einem Versuch an der University of Aberdeen fest. In einem Experiment ließ die Wissenschaftlerin Probanden gleichzeitig auf zwei Tischen – einem aufgeräumten und einem unaufgeräumten – nach einem Gegenstand suchen.

Das überraschende Ergebnis: Die Probanden suchten auf beiden Tischen durchschnittlich ähnlich lang. Effizienter wäre es aber gewesen, den unaufgeräumten – also unübersichtlicheren Tisch – genauer zu inspizieren und dort die Suche zu intensivieren. Für den Alltag gibt die Psychologin daher auch folgenden Tipp: Wir sollten zuerst an den unübersichtlichen, chaotischen Orten suchen und hier für die Suche mehr Zeit aufbringen.

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Auch diejenigen, die sich besonders gut an Ereignisse oder Gegenstände erinnern können, suchen schon einmal nach etwas. Der Gedächtnistrainer Michael Hofmann wendet drei Tricks an, um Dinge nicht zu verlegen oder Verlorenes schnell wiederzufinden.

  1. Er macht eine bewusste Handlung daraus, einen Gegenstand irgendwo abzulegen. Er spricht die Handlung aus und verabschiedet sich sozusagen von seinem Mobiltelefon oder Schlüsselbund und kündigt gleichzeitig an, dass er wieder zurückkommen wird, um es abzuholen. Das heißt, er legt den Gegenstand nicht beiläufig ab, sondern sehr bewusst, was es ihm leichter macht, sich daran zu erinnern.
  2. So leicht und manchmal doch so schwer: Einen festen Ort bestimmen, an dem man einen Gegenstand immer ablegt.
  3. Etwas aufwendiger, aber oft sehr effektiv, ist die Technik, den Gegenstand gedanklich einzukreisen. Was habe ich in dem Moment getan, als ich den Schlüssel zuletzt wissentlich in der Hand gehalten habe? Wo habe ich mich kurz zuvor aufgehalten? Wo war ich nach dieser Handlung?

Suchen, um zu finden

Auch die Autorin Gretchen Rubin hat sich ausführlich mit dem Thema 'Verlieren und Wiederfinden' auseinandergesetzt und ein paar Tipps zusammengestellt.

  • Nicht suchen, bis wir eine Eingebung haben, wo der Gegenstand sein könnte.
  • Wo würden wir den Schlüssel, das Portmonnaie oder das Handy normalerweise ablegen: Das ist der Ort, an dem wir mit der Suche beginnen sollten.
  • Ein Erfahrungswert, den die Autorin Gretchen Rubin über die Jahre festgestellt hat: Ein Gegenstand befindet sich oft nur circa einen halben Meter von dem Ort entfernt, an dem er normalerweise liegen würde.
  • Sprich den Namen des Objekts laut aus, manchmal hilft das, sich zu erinnern.
  • Manchmal befindet sich der Gegenstand am dafür vorgesehenen Ort, aber ist irgendwie verrutscht oder verdeckt.
  • Konzentriert und systematisch suchen, nicht herumwühlen.
  • Such dir einen genau definierten Ort, um etwas abzulegen, das heißt, der Schlüssel kommt nicht in die Kommode, sondern in das dritte Körbchen von links, in der zweiten Schublade von oben auf der rechten Seite der Kommode - je genauer, desto besser.
  • Wie kommt das Shampoo in den Kühlschrank? Wenn du ein Objekt siehst, das offensichtlich nicht dorthin gehört, wo es liegt, dann bringe es an den Ort, der dafür bestimmt wurde, oder lege es irgendwohin, wo es leichter zu entdecken oder schneller zu finden ist.
  • Moderation:  Jenni Gärtner
  • Autor:  Julian Ignatowitsch, Deutschlandfunk Nova