Gerd Nefzer hat als einziger Deutscher in diesem Jahr einen Oscar abgeräumt. Für die besten visuellen Effekte in Blade Runner 2049 hat er echtes Wetter gezaubert, keine Computereffekte. Nebel, Schnee, Matsch, Regen – Nefzer kann alles. 

Damit Nebel im Film möglichst authentisch wirkt, macht Gerd Nefzer das nicht mit normalen Nebelmaschinen. Das sähe schnell nach einem DJ Bobo-Konzert aus. Gerd Nefzer und das Team seiner Babelsberger Firma bauten dafür ein Hochdruckwasser-System und kombinierten es mit speziellen Nebelmaschinen. Das größte Problem für den Fake-Nebel sei aber das echte Wetter gewesen, erklärt Nefzer.

"Das Problem war, Nebel und Dunst im Studio zu halten. Wenn es draußen regnerisch war mit hoher Luftfeuchtigkeit ging das gut, wenn es draußen trocken war, war es schwierig."
Gerd Nefzer, Oscar-Gewinner

Dann musste der schwäbische Unternehmer improvisieren, besonders wenn draußen gedreht wurde und das echte Wetter nicht zu dem Wetter gepasst hat, das der Regisseur im Film haben wollte. 

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Es hat in Blade Runner 2049 genau eine Szene gegeben, in der die Sonne scheint. Der Film spielt in einer düsteren Zukunft, in der die Umweltzerstörung weit fortgeschritten ist. Deshalb gibt es viel Regen: Starkregen, Nieselregen. Regen mit Wind. Dafür konzipierten Nefzer und sein Team verschiedene Regenmaschinen.

Echtes Wetter für echte Emotionen

Schwieriger sind die Szenen mit Schnee am Boden gewesen. Künstlich hergestellter Schnee aus Wasser wurde dann auf den Boden gepresst. Und damit der dann auch passend zur Endzeitstimmung schon braun-grau-matschig wurde, hat Gerd Nefzer ihn mit Torf und Blumenerde vermischt oder mit Farbe besprüht. 

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Für eine sehr aufwendige Szene, in der Harrison Ford mit einem Bus untergeht, haben Nefzer und sein Team ein riesiges Wasserbecken gebaut, 50 mal 50 Meter. Um wild peitschende Wellen zu erzeugen, haben sie über das Becken eine Regenanlage gebaut und drumherum verschiedene Wasserrutschen, mit denen auf Knopfdruck 2500 Liter Wasser auf einmal ins Becken gejagt werden konnten. 

"Sowas hatte Gerd Nefzer vorher noch nicht gemacht. Das war eine spontane Entscheidung, weil kurzfristig in Ungarn gedreht wurde, wo auch der Rest von Blade Runner 2049 entstanden ist."
Sebastian Sonntag, Deutschlandfunk Nova

Klar, mittlerweile können Effektspezialisten Wettersituationen auch mit dem Computer nachträglich einfügen. Das sieht auch gut aus und das wurde zum Teil auch gemacht bei Blade Runner 2049. Regisseur Dennis Villeneuve wollte vor allem für die Schauspieler echtes Wetter haben. Sie sollten sich in einer realen Umgebung aufhalten und nicht vor Green-Screens. 

"Die Schauspieler sollten spüren, wie ihnen der Regen ins Gesicht peitscht oder durch den Schnee stapfen. Und Harrison Ford hat wirklich in dem Bus gesessen und gegen die Wellen gekämpft - in 30 Grad warmem Wasser allerdings."
Sebastian Sonntag, Deutschlandfunk Nova

Bei Bladerunner 2049 hat es für jeden Tag eine Art Wetterbericht gegeben. Für jede Szene war klar, welches Wetter herrschen sollte. Das wurde vorab mit Licht und Kameras getestet, damit die Illusion schon perfekt war, als die Schauspieler ans Set kamen.

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