Es sind ungemütliche Zeiten, in denen wir leben. Eigentlich gibt es nur noch eine Lösung: Kuscheln. Kuscheln macht alles besser, es macht Spaß und ist gesund. Kurz gesagt: Wir müssen kuscheln.

Es muss ja nicht einmal das Ganzkörperkuscheln sein. Einfach ein klein wenig Zärtlichkeit, macht das Leben schon besser. Es ist zum Beispiel wissenschaftlich nachgewiesen, dass wir mildere Entscheidungen treffen, wenn wir bequem sitzen und etwas Warmes, weiches in der Hand halten. Wer dann das Glück hat, immer wieder mal richtig zu kuscheln, hat richtig etwas davon. Öfter mal kuscheln heißt: Die Immunabwehr wird gestärkt, wir werden schneller gesund, der Blutdruck sinkt.

Ohne Kuscheln ist alles nichts

Zu verdanken haben wir das dem Sex- und Liebeshormon Oxytocin. Das wird bei Berührungen ausgeschüttet und gerade, wenn wir ganz klein sind, brauchen wir das Hormon dringend. Babys verstehen schließlich kein freundliches "Ich habe dich lieb", die brauchen Streicheleinheiten und damit viel Oxytocin. Das Hormon sorgt dafür, dass bestimmte Nervenzellen gebildet werden. "Das prägt dich also fürs Leben", erklärt DRadio-Wissen-Reporterin Tina Kießling, "wenn das nicht passiert, ist man zum Beispiel anfälliger für Stress oder hat Schwierigkeiten, Bindungen zu anderen Menschen aufzubauen".

"Das Hormon Oxytocin hemmt das Cortisol und senkt damit den Stresspegel. Und dabei ist es völlig wurscht, wie alt du bist."
DRadio-Wissen-Reporterin Tina Kießling übers Kuscheln

Die Natur hat es übrigens so eingerichtet, dass wir ganz wild auf Berührungen sind, mit einem recht simplen Trick: Wir empfinden die Haut von anderen Menschen immer weicher als unsere eigene, auch wenn das gar nicht stimmen sollte. Als Signal unseres Körpers ans Hirn ist das eindeutig: Mmmh, superweich, da will ich gleich noch einmal anfassen!

Hinzu kommt, dass das Kuscheln etwas ist, was vielen Menschen sehr schnell fehlt. Egal ob sie nun Single sind oder einen Partner haben, die ja eigentlich ein Kuschel-Abo haben. Je nach Umfrage sagen etwa 50 bis 65 Prozent der Leute, dass sie öfters gedrückt werden wollen. Wer im Kuschelnotstand ist, kann auf Kuschelgruppen zurückgreifen. Es helfen aber auch der Friseur, Massagen, Kosmetikerin. Haustiere natürlich auch. Und wenn kein lebender Kuschler in der Nähe ist, müssen Kissen, Decken und Schaumbad aushelfen. Besser als nichts.

Till Haase und Tina Kießling kuscheln. Weil es gesund ist.
© Thomas Ruscher | DRadio Wissen
Till Haase und Tina Kießling kuscheln. Weil es gesund ist.

Mehr zum Thema: