Berlins neuer Flughafen, der BER, soll im Oktober 2020 endlich eröffnet werden. Seit Anfang dieser Woche (29.07.19) führt der TÜV eine Generalprobe aller technischer Anlagen des Flughafens durch. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup sagt: Der festgelegte Termin sei kein Problem.

Nächstes Jahr im Herbst soll es soweit sein: Der BER wird eröffnet. 23 Millionen Passagiere werden dann pro Jahr durch die Hallen geschleust. Aktuell prüft der TÜV alle technischen Sicherheitsanlagen und spielt dazu 180 Szenarien präzise durch. Der neue Flughafenchef Lütke Daldrup habe in den vergangenen eineinhalb Jahren für enorme Fortschritte gesorgt, das anvisierte Eröffnungsdatum sei aber sehr optimistisch angelegt, meint Tagesspiegel-Journalist Thorsten Metzner. Denn auch, wenn gerade so viel passiert, habe die Vergangenheit gezeigt, dass sich vermeintlich kleine Problem zu großen Baustellen entwickeln könnten.

"Gerade die Sanierung des Pfusch-Terminals ist sehr systemisch angegangen worden."
Thorsten Metzner, Leiter des Tagesspiegel-Büros in Potsdam

Zwar steckt der Flughafen mitten in der Generalprobe, aber auch hierfür ist der aktuelle Zeitrahmen sehr eng gesetzt, sagt Thorsten Metzner weiter. Das bedeutet: Ab sofort darf bis zur Inbetriebnahme nichts mehr passieren, was alles um weitere Wochen nach hinten verschiebt. Gleichzeitig meint Metzner weiter, sei es der Job des Flughafenchefs mit einem optimistischen Blick auf die Baustelle zu schauen, sein Team auf das Ziel zu fokussieren und so den Fortschritt weiter anzutreiben.

Der TÜV spielt alle möglichen Szenarien durch

Bei der Wirk-Prinzip-Prüfung des TÜVs handelt es sich um eine sogenannte Verbundprüfung. Der TÜV testet alle zwölf Anlagegruppen des Flughafens, die zukünftig die Sicherheit der Passagiere betreffen. Dazu gehören zum Beispiel die Brandschutzanlage, die Entrauchungssteuerung, das elektrische Notfallwarnsystem, die Sicherheitsstromversorgung und so weiter. Diese müssen zum Beispiel im Falle eines Feuers perfekt aufeinander abgestimmt sein und im Verbund funktionieren. Der TÜV simuliert beispielsweise ein Feuer und achtet darauf, ob die Anlagen in der vorgeschriebenen Zeit reagieren, sie die richtige Menge an Rauch abziehen und gleichzeitig genug Frischluft beimischen.

"Es ist nach wie vor ein dramatisches Ringen nach all den geplatzten Eröffnungsterminen, nun im Oktober 2020 diesen Start hinzubekommen."
Thorsten Metzner, Leiter des Tagesspiegel-Büros in Potsdam

Die Sicherheitsanlagen sind ein hochkomplexes System, die Generalprobe könnte demnach noch einige Probleme ans Licht bringen. In diesem Fall wäre das auch nicht sonderlich überraschend, weil man im Laufe der Bauzeit viele alte Anlagen verbaut habe, meint Thorsten Metzner.