Was machen, wenn das Geld ausgeht? Griechenland steht vor der Pleite. Aber Athen könnte Schuldscheine ausstellen - in Geuro. Kein Scherz. Thomas Mayer ist überzeugt vom Geuro. Der frühere Chefvolkswirt der Deutschen Bank hat schon 2012 die Parallelwährung vorgeschlagen.

Griechenland steckt weiter in der Krise. Die Reformen kommen nicht so recht voran, das finden zumindest die Euro-Finanzminister. Und in der Staatskasse fehlt Geld - viel Geld. Aber was könnte helfen, bevor das Land tatsächlich aus dem Euro rausfliegt?

Der Geuro, das findet der Volkswirt Thomas Mayer. Die Parallelwährung könnte Athen vor dem Grexit bewahren - vor dem Euro-Ausstieg.

"Der Geuro ist ein Notbehelf, wenn das harte Cash ausgeht."

Die Regierung in Griechenland würde dafür Schuldscheine ausstellen, statt in Cash zu zahlen. Die Währung dieser Scheine ist dann der Geuro. Die Schuldscheine gehen zum Beispiel an die Angestellten im öffentlichen Dienst oder auch die Rentner. Der Staat verschuldet sich damit quasi bei den Bürgern.

Ein Medikament mit unbekannten Nebenwirkungen

Sobald es der Wirtschaft wieder besser geht, kauft die Regierung die Schuldscheine wieder zurück - gegen Euro. So verschwindet die Parallelwährung langsam wieder. Dass das passiert, dafür gibt es keine Garantie, sagt Thomas Mayer. Deshalb ist der Geuro auch ein Experiment mit ungewissem Ausgang.

Die Sache klingt irre. Aber das Experiment gab es schon einmal. Argentinien und der US-Bundesstaat Kalifornien haben schon einmal Schuldscheine ausgestellt. Kalifornien hat die Parallelwährung brav zurückgekauft, als die Wirtschaft wieder brummte. Argentinien nicht, denn die ökonomische Situation blieb angespannt.

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