Horror! Stell dir vor, du wärst ein kleiner, süßer Marienkäfer. Eines Tages wirst von einer Wespe gestochen. Danach beginnt es in dir zu wachsen. Du veränderst dich. Plötzlich schlüpft eine Larve aus dir…

Für Marienkäfer ist das nicht nur ein Albtraum, sondern bittere Realität. Die Brackwespe nutzt Marienkäfer als Brutstätte und Wespenlarven-Hüter. Dafür sticht sie den Marienkäfer und legt ein Ei in ihm ab. Aus dem Ei schlüpft eine Larve, die sich im Innern des Marienkäfers von ihm ernährt - ohne dass der Käfer dabei stirbt. Nach ungefähr drei Wochen bohrt die Larve ein Loch in den Panzer des Käfers und "schlüpft". Dann verpuppt sich die Larve zwischen den Beinchen des Käfers. Der bewacht den Kokon, als ginge es um sein Leben.

"Bodyguard-Manipulation" mit Virus

Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, was genau den Marienkäfer dazu bringt, so völlig selbstlos zu handeln. Er unterliegt der sogenannten "Bodyguard-Manipulation". Nahen Angreifer, zuckt der halb tote Käfer. Das schreckt die Fressfeinde ab. Verantwortlich für das Verhalten des Marienkäfers ist ein Virus, das mit dem Wespen-Ei in den Körper des Marienkäfers gelangt. Während die Larve heranwächst, vermehrt sich das Virus. Später dockt das Virus an die Nervenzellen des Marienkäfers an und verändert dessen Verhalten.

Seltene Konstellation

Erstaunlicherweise überleben sogar ein paar Marienkäfer die komplette Metamorphose, als wäre nichts gewesen. Wenige sind sogar immun gegen das Virus. Doch die meisten infizierten Marienkäfer sterben am Ende. Diese parasitäre Interaktion zwischen Wespe und Marienkäfer, gekoppelt mit einer Art Symbiose zwischen Wespe und Virus ist für die Forscher eine Entdeckung gewesen.

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