Google arbeitet derzeit daran, dass Smartgeräte bald über die Haut steuerbar sind. Wir klären, wie genau das aussehen kann und warum es sich tatsächlich um die Lösung eines praktischen Problems handelt.

Schon vor zwei Jahren hat Google ein Patent bei der Weltorganisation für geistiges Eigentum eingereicht. Es trägt den Namen "Haut-Interface für Wearables“, was so viel bedeutet wie die Steuerung von Geräten, die am Körper getragen werden, über die Haut als Bedienoberfläche.

Skin Interface Patent Google
© br.atsit.in
Pantentbeschreibung von Google für die Haut als Bedienoberfläche

Das Patent soll sowohl für die Smartwatch als auch für Kopfhörer gelten. Bei der Smartwatch handelt es sich um die Haut recht und links von der Uhr am Handgelenk und bei den Kopfhörern soll die Steuerung am Ohr oder an der Haut in der direkten Nähe vom Ohr ablaufen.

Praktische Umsetzung der Steuerung von Smartgeräten über die Haut

In der Praxis bedeutet es, dass Google ein Patent auf bestimmt Bediengesten hat, die auf der Haut ausgeführt werden. Im Patent wird das beschrieben als "Gesture-Based Small Device Input" (übersetz: Gesten basierte Eingabe bei kleinen Geräten). Bei diesen Gesten handelt es sich zum Beispiel um das Wischen oder das Tippen.

"Wenn man zum Beispiel die Lautstärke erhöhen will, wischt man mit dem Finger über die Haut neben der Uhr."
Andreas Noll, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Die Smartwatch, die sich dabei am Arm befindet oder die Kopfhörer sind mit Sensoren ausgestattet, die die Gesten der Benutzenden registrieren und auswerten können. Diese Sensoren reagieren auf Schwingungen, die durch die Gesten ausgelöst werden. Vorstellbar sind diese Schwingungen wie Luftwellen, die in der Luft auf die Sensoren treffen. So kann zum Beispiel die Lautstärke durch Wischen erhöht werden.

Hautinterface als Problemlösung der Zukunft

Neue Technologien bei den Smartgeräten gibt es häufig und in jeglicher Vielfalt. Aber nicht Viele schaffen es wirklich, den Markt nachhaltig zu verändern. Das Bedienen über die Haut hingegen ist weniger ein lustiges Gadget als vielmehr die Lösung für ein ganz reales Problem, meint Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter Andreas Noll. Da Smartwatches oder auch Kopfhörer nur ein sehr kleines Bedienfeld haben, sind Finger nur begrenzt einsetzbar. Aus diesem Grund soll hier die Haut eine Ausweichfläche zur besseren Bedienung liefern.

"Am Ende hängt es natürlich davon ab, wie zuverlässig diese Technologie funktioniert."
Andreas Noll, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Neu ist der Versuch, Steuerung über die Haut zu verwirklichen, nicht. Schon vor mehr als zehn Jahren versuchte Microsoft mit dem Programm Skinput eine Tastatur mit einem Minibeamer auf die Handflächen zu beamen. In einem Gerät zum Einsatz kam dieser Ansatz aber bisher nicht. Da Google mit der bald erscheinenden Pixel Watch groß in den Smartwatch-Markt einsteigen möchte, ist es aber durchaus möglich, dass bald schon Menschen an ihren Handgelenken wischen.