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Mehr Covid-19-Impfstoff weltweit durch Aufhebung von Patenten? Eine naheliegende Idee, die nicht alle unterstützen.

Seit Monaten wird vor der Welthandelsorganisation um die Freigabe von Patenrechten gerungen. Zunächst haben acht Entwicklungsländer in einem gemeinsamen Vorstoß versucht, Patenrechte an Covid-19-Impfstoffen aus dem Weg zu räumen.

Unter anderem waren Indien und Südafrika an dem Vorhaben
vom Oktober 2020 beteiligt. Die Vereinigten Staaten, Großbritannien, die Europäische Union und weitere Länder haben dieses Vorhaben blockiert.

"Die USA sind jetzt soweit, dass sichergestellt ist, dass allen US-Amerikanerinnen und -Amerikanern ein Impfangebot gemacht werden kann."
Stephanie Gebert, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Seit Anfang März ist die US-Regierung zeitweise bereit, im Fall der Covid-19-Vakzine Rechte am geistigen Eigentum auszusetzen. US-Handelsvertreter, EU-Abgesandte und WHO-Expertinnen haben kürzlich darüber verhandelt.

Das setzt die EU und alle anderen, die einen Hersteller bei sich im Land haben, unter Druck.

"Ärmere und Schwellen-Länder wollen die Freigabe von Patentrechten, weil sie bislang nur an wenig Impfstoff herangekommen sind."
Stephanie Gebert, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Ärzte ohne Grenzen, Amnesty International und die Weltgesundheitsorganisation begrüßen die Patent-Freigabe. So könne die Ungleichheit bei der Impfstoffverteilung überwunden werden, schrieb WHO-Leiter Tedros Adhanom auf Twitter.

Die EU zeigt sich eher kritisch. Gleiches gilt für die Pharmaindustrie. Für Biontech-Chef Uğur Şahin ist das Aufheben von Patentrechten beim Impfstoff keine Lösung des Problems.

Pharmaumsätze gefährdet

Die Argumente derjenigen, die die Patentreche unangetastet lassen wollen: Wegen knapper Rohstoffe und Lieferengpässen könne die Produktion von Covid-19-Impfstoff sowieso nicht weiter beschleunigt werden.

Manche Impfstoffhersteller warnen vor gepantschtem Impfstoff. Sorgen um Umsatzeinbuße spielen ebenfalls eine Rolle.

"Die Moderna-Aktie rutschte zwischendurch um mehr als sechs Prozent nach unten."
Stephanie Gebert, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin