Knapp 30 Millionen Menschen machen in Deutschland bei Payback mit. Eine beachtliche Summe, wenn man bedenkt, dass die Vorteile des Punktesammelsystems eher gering sind.

Laut Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen liegt der Bonus bei Payback bei 3 Prozent und tendiere eher nach unten bis auf ein halbes Prozent. Warum machen dann überhaupt so viele mit? Florian Becker ist Wirtschaftspsychologe an der Uni Rosenheim und erklärt: Bestimmte Menschen reagieren auf Rabatte, auch wenn diese Rabatte den Aufwand, der damit verbunden ist, sie zu erhalten, gar nicht gerechtfertigt ist. Beispiel: Autofahrer, die Kilometer weit fahren, um günstiger tanken zu können.

"Wenn man diesen Leuten sagen würde: Hier, ich gebe Dir einen Euro. Setz dich dafür mal eine Stunde in dein Auto. Dann würden sie sagen: Bin ich blöd? Wegen einem Euro setz ich mich nicht ins Auto!"
Florian Becker, Wirtschaftspsychologe an der Uni Rosenheim

Und genauso verhält es sich auch bei Payback: Kleiner Geldvorteil gegen Datenfreigabe. Und zwar das große Paket: Name, Anschrift, Geburtsdatum und ein Häkchen zur Einwilligung, das alles zu Marktforschungszwecken genutzt werden darf. Noch mal ganz deutlich: Wir erhalten Rabatte um die Ein-Prozentmarke, dafür weiß Payback innerhalb kurzer Zeit alles über uns. Zusätzlich werden wir mit gezielter personalisierter Werbung geködert, noch mehr zu kaufen.

Befriedigung des archaischen Sammeltriebs

Punkte sammeln ist ein Spiel, sagt der Wirtschaftspsychologe, darauf zielen sogenannte Click-and-Collect-Spiele ab, die damit unseren archaischen Sammeltrieb bedienen. Genauso funktioniert Payback: Mit der Karte sammeln wir Punkte. Das hat Payback selbst mit einer Studie untersucht. Die Teilnehmer antwortet auf die Frage, was ihnen am besten gefällt an Payback: Punkte sammeln!

"Es macht Spaß eben diese Punkte aufreihen zu sehen, man kann sich mit den Möglichkeiten auseinandersetzen und ich habe immer noch das Gefühl, ich bekomme sie zusätzlich zu meinem normal zur Verfügung stehenden Geld."
Arnd Engeln, Professor für Markt und Werbeforschung an der Uni Tübingen

Ein Schnäppchen und Rabatte-Wettbewerb: Besonders für diejenigen, die glauben, dass nur wer viel einkauft, auch gleichzeitig viel sparen kann.