Mexiko hat einen echten Superhelden. Sein Name: Peatónito. Er kämpft für die Sicherheit der Fußgänger und gegen rücksichtslose Autofahrer.

Sein Revier ist die Stadt. Kreuzungen, Fußgängerampeln, Zebrastreifen. Dort hält er einsame Wacht und schaut, wie sich die Autos verhalten. Kommt ein Autofahrer aber einem Fahrradfahrer zu nah, schlägt Peatónito unbarmherzig zu: Er stellt sich vor das Auto, drängt es mit seinen Superkräften zurück - und sorgt damit für unheimlich viel Gelächter auf den Straßen.

Eigentlich ist Peatónito ein junger Mann, ein Politologe, der seit drei Jahren immer wieder in das Superheldenkostüm mit Maske und Umhang schlüpft. Als Luchador, das sind an Wrestler erinnernde Kampfsportler, legt er sich mit Chaoten auf den Straßen an. Das geht manchmal auch schief: Manche Autofahrer reagieren ziemlich aggressiv auf ihn und dann muss sich der Superheld in Sicherheit bringen.

"Peatónito versucht das Thema Verkehrssicherheit mit Humor anzugehen und bekommt die meisten Leute damit ganz schnell auf seine Seite - egal ob es gestressten Autofahrer sind oder die verärgerten Fußgänger."
DRadio-Wissen-Reporterin Anne-Kathrin Mellmann über Peatónito

Der Spaß von Peatónito hat einen ernsten Hintergrund. Im Jahr 2013 wurden 500 Menschen in Mexiko-Stadt totgefahren. Zebrastreifen werden in der Regel überhaupt nicht respektiert, die Kreuzungen sind zugestellt und viele Fahrer brausen zu eng an Passanten vorbei. "Der Verkehr hier ist eine echte Herausforderung", berichtet DRadio-Wissen-Reporterin Anne-Kathrin Mellmann über ihre Erfahrungen. "Das grenzt an Nahkampf."

Der Superheld verändert die Stadt

Mit seiner Arbeit gemeinsam mit anderen Aktivisten hat Peatónito die rappelvolle Metropole mit fast neun Millionen Einwohnern tatsächlich in die Knie gezwungen, zumindest ein Stück weit: Früher durften Autos mit 70 Kilometern die Stunde über die Straßen brausen, dank Peatónito liegt die Höchstgeschwindigkeit heute nur noch bei 50 km/h.