Mit Pegida-Demonstranten ins Gespräch zu kommen, ist nicht so einfach. Wenn sie etwas sagen, äußern sie Ängste. Wo die herkommen, ist nur schwer zu ergründen.

Unsere Reporterin Nadine Lindner wollte sich mit Pegida-Demonstranten in Dresden unterhalten. Das war gar nicht so einfach:

"Hallo, ich komme vom Deutschlandradio. Ich wollte Sie mal fragen, warum sie heute Abend hier hergekommen sind."

"Das muss ich ihnen nicht sagen."
"Da muss man mal was dagegen tun, damit wir hier mal ein bissl Ordnung reinkriegen."
"Von mir erfahren sie nichts!"

"Angst um die Schwester"

Etwa zwei Drittel aller Demo-Teilnehmer, die Nadine anspricht, wollen nichts sagen. Sie drehen sich einfach um.

Doch es gibt auch einige, die dazu bereit sind. Die ihre Ängste mitteilen, ihre Beweggründe, öffentlich gegen den Islam zu demonstrieren.

"Ich habe Angst um meine kleine Schwester, wenn das Asylheim gebaut wird, dass der was passiert eines Tages."
"Es geht mir um die Leute, die hier einen Islamstaat draus machen wollen. Und ich habe keine Lust, zu Allah zu beten."

"Ist ihnen denn mal was Negatives passiert?"

"Nein! Gott sei Dank noch nicht. Aber auch, weil wir weit draußen wohnen."

Irgendwie gegen alles

Doch die Demonstranten haben nicht das eine Thema, wofür oder wogegen sie kämpfen. Bei Pegida sind alle gegen alles oder viele gegen vieles - gegen den Islam, gegen die Politiker, die ihr eigenes Volk verraten, weil sie angeblich Schmarotzer anlocken und dann den braven Bürgern vor die Nase setzen, gegen Multikulti, gegen die Euro-Politik, gegen die Russland-Politik.