Karl stirbt. Aber er hinterlässt seinem Sohn ein Lebensbuch: Jeden Tag hat er darin geschrieben. Als dieses verschwindet, fasst sein Sohn einen ungewöhnlichen Entschluss, um herauszufinden, wer sein Vater war. Was sein Sohn macht, erzählt Urs Widmer in seinem Roman "Das Buch des Vaters".

Karl liegt im Sterben. Als sein Sohn am Bett seines kranken Vaters eintrifft, kann er nichts mehr für ihn tun. Es bleiben Fragen: Warum hat sein Vater seine Lebensentscheidungen getroffen? Wen liebte er? Wen hasste er? Warum war Karl so wie er war? Der Schweizer Autor Urs Widmer findet in seinem Roman "Das Buch des Vaters" eine ungewöhnliche Lösung für die unerfüllte Suche nach Antworten.

Verschwundene Seiten eines ganzen Lebens

Denn eigentlich ist nach dem Tod des Vaters noch nicht alles vorbei: Einblick in das Leben des Verstorbenen könnte ein Lebensbuch eröffnen. Ein Buch, das Karl nach alten Brauch mit zwölf Jahren geschenkt bekam. Jeden Tag sollte er in dieses Buch schreiben, die Seiten sparsam beschreiben: Für ein ganzes Leben sollte es reichen. Bis zu seinem Tod hat er hier tatsächlich seine Gedanken festgehalten. 

"Wenn Eltern sterben, hinterlassen sie viele unbeantwortete Fragen. Was den Kindern dann bleibt, ist selbst Antworten auf diese Fragen zu finden. Manchmal müssen wir etwas erfinden, wenn wir niemanden mehr fragen können."
Lydia Herms, DRadio Wissen

Doch sein Sohn kann nur einen letzten Satz in dem Lebensbuch lesen - aus dem Sommer 1965. Dann ist das Buch weg, seine Mutter wirft es fort, einfach so. Es erschien ihr nicht wichtig. Doch Karls Sohn gibt sich damit nicht zufrieden. Er beschließt, selbst Antworten zu finden. Und schreibt das Lebensbuch seines Vaters neu.

101 Likes, 15 Comments - Lydia Herms (@textfunk) on Instagram: "Wenn man mit leerem Rucksack zu klugen Menschen geht, dort mit mehreren Kannen japanischem Tee..."
Wenn man mit leerem Rucksack zu klugen Menschen geht, dort mit mehreren Kannen japanischem Tee verwöhnt und dann unverblümt aufgefordert wird, bei den aussortierten Büchern ohne Zurückhaltung zuzugreifen, um dann bestimmt zwanzig Funde in den Rucksack zu stopfen bis die Nähte knacken, dann finde ich dafür zwei Worte: Lesen fetzt. Oder: mein Schatz! Oder: selig, ich. Oder: vielen Dank, David. Dabei auch: #urswidmer #dasbuchdesvaters #diogenes #buchfund #lesenfetzt #lesestoff #reiselektüre #instabooks #booksarefriends #lydialiest #wowirlesen #neverstopreading #textfunk #latergram Hopsen war nicht drin.