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Rund 20.000 Euro gibt eine Person im Leben durchschnittlich für die Menstruation aus. Allerdings können sich das längst nicht alle leisten. Manche Menschen können sich nicht mal die absoluten Basics kaufen, also Tampons oder Binden. Sie müssen mit Klopapier oder Stoffresten improvisieren. Periodenarmut oder Period Poverty ist ein weltweites Problem.

Zu den Ausgaben im Zusammenhang mit der Menstruation gibt es verschiedene Studien, unter anderem eine aus Großbritannien aus dem Jahr 2017. In der Berechnung sind nicht nur Ausgaben für Hygiene-Produkte wie Tampons, Binden oder Menstruationstassen einkalkuliert, sondern auch Schmerzmittel, neue Unterwäsche, wenn die alte durch Blutflecken verschmutzt ist oder auch Dinge wie Schokolade oder Wärmflaschen, die die Periode erleichtern.

"Wenn Menstruationsprodukte kostenlos zur Verfügung stehen und im Alltag integriert werden, wird damit - Step by Step - immer offener umgegangen und man schafft es vielleicht, dass es ein geringeres Tabuthema in der heutigen Gesellschaft ist."
Lena Stanggassinger, Social Period e.V.

Schokolade und Wärmflaschen – für manche klingt das wie Luxus, denn sie haben nicht einmal das nötige Geld für Tampons oder andere Hygieneprodukte.

Schottland hat im vergangenen November als erstes Land der Welt verfügt: Menstruationsprodukte müssen kostenlos sein für alle, die sie sich nicht leisten können. Das bedeutet unter anderem, dass auf öffentlichen Toiletten Menstruationsprodukte verfügbar sein müssen. Also zum Beispiel auch in Bibliotheken, Universitäten oder Schulen. In Neuseeland gibt es ähnliche Pläne.

Besonders betroffen: Obdachlose Frauen

Besonders stark von Periodenarmut betroffen sind Menschen, die keinen festen Wohnsitz haben und etwa auf der Straße leben. In Berlin bekommen sie deswegen Unterstützung vom Verein "Social Period". Der Verein arbeitet mit Läden zusammen, in denen man Menstruationsprodukte kaufen und am Ausgang in einer Box abgeben kann. Die Spenden, die so gesammelt werden, werden dann an Obdachlose verteilt. Neben dem Kostenfaktor gibt es auf der Straße aber auch logistische Probleme, erklärt Lena Stangassinger vom Verein "Social Period", denn nicht überall gibt es saubere, öffentliche Toiletten.

"Einen Ort zu finden, wo man den Tampon in Ruhe und sauber wechseln und sich danach auch die Hände waschen kann, ist auch schon ein Problem für Obdachlose."
Lena Stanggassinger, Social Period e.V.

In Eine Stunde Liebe spricht Lena außerdem darüber, was sie den Leuten sagt, die dagegen sind, Menstruationsprodukte kostenlos auf öffentlichen Toiletten zur Verfügung zu stellen.