Zwischen 20 und 50 Millionen Menschen sind im 14. Jahrhundert in Europa an der Pest gestorben. Sechs Jahre lang - von 1347 bis 1352 - war die Krankheit unbesiegbar. Bis endlich geeignete Quarantäne-Maßnahmen eingeführt wurden. Auch heute gibt es manchmal noch Pestausbrüche - zuletzt in Madagaskar. Eine Stunde History über die Ursachen und die Geschichte der Pest.

Schlechte hygienische Umstände, fehlende Kanalisation und mangelhafte medizinische Kenntnisse waren die Wegbereiter der Pest. Nahezu die Hälfte der damaligen Bevölkerung unseres Kontinents fiel ihr zum Opfer. Doch der Pestausbruch im 14. Jahrhundert war nicht die erste große Epidemie in Europa. Schon zuvor hatten Krankheiten die Bevölkerung drastisch dezimiert: 

  • Aus dem kleinasiatischen Hethiterreich sind sogenannte Pestgebete - 1500 Jahre vor Christus - erhalten, die auf eine Pest-Epidemie hindeuten
  • Im 5. Jahrhundert vor Christus wütete in Athen während des Peleponnesischen Kriegs die Attische Seuche, die soziale und politische Folgen hatte
  • Im 6. Jahrhundert gab es die sogenannte Justinianische Pest. Sie hat auch die Soldaten des öströmischen Kaisers Justinian erwischt und seine Armee erheblich verkleinert. Übrigens einer der Gründe, weshalb es Kaiser Justinian nicht gelungen ist, das große Imperium Romanum wiederherzustellen

Was ihr noch in Eine Stunde History hört:

  • Der Medizinhistoriker Klaus Bergdolt erklärt die Infektionswege des Pesterregers im 14. Jahrhundert 
  • Der Medizinhistoriker Wolfgang Eckart spricht  über verschiedene Seuchen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit 
  • Jürgen May vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut weiß mehr über die bisher erfolgreiche Verbannung der Pest aus Europa 
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld klärt über die sozialen und politischen Folgen von Epidemien in antiken und mittelalterlichen Gesellschaften auf