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Pest, Cholera, die Spanische Grippe. Und jetzt eben Corona. Im Laufe der Geschichte gab es etliche Pandemien, beziehungsweise Epidemien, denen viele Menschen zum Opfer gefallen sind. Die meisten Krankheiten konnten zurückgedrängt werden, in seltenen Fällen wurden sie sogar ausgerottet. Wie das funktioniert hat, erklärt der Journalist Bastian Berbner.

Die Pest ist keine mittelalterliche Seuche. In einigen Teilen der Welt gibt es sie immer noch. Auf Madagaskar infizieren sich zum Beispiel immer wieder Menschen, seit 2010 sind dort rund 600 Personen an der Pest gestorben. Bastian Berbner ist Redakteur bei der Zeit. Während seiner Recherche ist er auf auch auf den Fall eines Anwalts gestoßen, der sich 2002 in New York mit der Pest angesteckt hat. Der Pest-Erreger ist heute immer noch genauso gefährlich sei wie im Mittelalter, allerdings lässt sich die Krankheit heute gut mit gängigen Antibiotika behandeln – wenn sie rechtzeitig erkannt wird.

"Die Pest-Pandemie in der Vergangenheit ist zu Ende gegangen, weil sich die gesellschaftliche Reaktion auf den Erreger geändert hat, nicht der Erreger selbst."
Bastian Berbner, Redakteur bei der Zeit

Die Pest wird durch ein Bakterium ausgelöst, das Tiere auf den Menschen übertragen – vorwiegend sind das Flöhe von Ratten. Die Krankheit habe man auch deswegen in den Griff bekommen, weil man die Übertragungswege irgendwann verstanden habe. So habe die Gesellschaft dann auf diese Erkenntnisse reagieren können, sagt Bastian Berbner. Zum Beispiel habe man gelernt, dass Hygiene und Quarantäne-Maßnahmen wirksam sind.

Eindämmen oder ausrotten

Andere Erreger konnte man in der Geschichte sogar ganz ausrotten, zum Beispiel die Pocken, die durch Viren nur von Mensch zu Mensch übertragen werden. In den 60er Jahren sei die Idee entstanden, in einer gewaltigen Kraftanstrengung alle menschlichen Körper gegen die Pockenviren zu immunisieren und sie so ein für allemal zu besiegen. Die Weltgesundheitsorganisation startete deshalb 1967 eine weltweite Impfkampagne, die insgesamt zehn Jahre gedauert habe. Die Kampagne war schließlich erfolgreich: 1977 wurde der letzte Pocken-Patient in Somalia verzeichnet, sagt Bastian Berbner.

Jeder Einzelne ist gefragt

Im Gegensatz zu vielen anderen Krankheitserregern sei das neuartige Coronavirus direkt zu Beginn der Pandemie innerhalb weniger Tage Gen für Gen sequenziert worden, sagt Bastian Berbner.

Damit die Corona-Pandemie ein Ende finde, brauche es jetzt einerseits Impfungen, aber auch weiterhin Maßnahmen der Gesundheitsämter, wie etwa Quarantänepflicht. Außerdem müsse jeder und jede Einzelne mitmachen: Abstand halten, Mundschutz tragen, Schnelltests machen. Solange, bis die Impfungen einen Großteil der Bevölkerung schützen und so die Übertragung der Viren immer schwieriger machen.

"Man muss drauf vertrauen, dass jeder Einzelne mitmacht und sich schützt und damit auch andere."
Bastian Berbner, Redakteur bei der Zeit