Geht es um Verpackungen, sind Mehrwegsysteme die ökologisch bessere Variante, im Vergleich zu Einwegsystemen - das gilt auch für Getränke. Aber auch beim Mehrweg sollten wir auf die Regionalität unseres Getränks achten.

PET oder Glas, Einweg oder Mehrweg? Die Auswahl an Getränkeverpackungen ist groß. Geht es um ihre Nachhaltigkeit, sind Mehrwegsysteme ökologisch am sinnvollsten. Hier sei es auch egal, ob es sich um Glas oder PET handle, sagt Katharina Istel, Referentin für nachhaltigen Konsum beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Sie setze zum Beispiel auf die PET-Mehrwegflasche - weil sie leichter ist.

Mineralwasser aus Österreich

Hierbei sollten wir allgemein auch auf die Regionalität eines Produktes achten. Denn: Je weiter entfernt der Abfüllort eines Getränks ist, desto größer werden die Transportwege und damit auch die CO2-Emissionen. Katharina Istel begegnet zum Beispiel auch in Bioläden oft Mineralwasser in Mehrwegflaschen aus Österreich, was sie für unnötig hält.

Sie erklärt: Ein Mehrwegsystem ist dann ökologisch vorteilhaft, wenn die Summe aller Transportwege einer Flasche unter 600 Kilometern liege. Das bedeutet: Innerhalb dieses Richtwertes, sollten sich unter anderem die Wege zum Spülen und Auffüllen einer Flasche, sowie der Rückweg zum Supermarkt befinden. Je regionaler ein Getränk demnach ist, desto weniger CO2-Emissionen entstehen.

"Es ist absurd Mineralwasser aus fernen Ländern, nach Deutschland zu karren, egal ob in Mehrweg oder Einweg."
Katharina Istel, Referentin für nachhaltigen Konsum beim Nabu

Standardmäßig kann eine Mehrwegflasche aus Glas dann 50 Mal befüllt werden. Bei einer PET-Mehrwegflasche ist es etwa halb so viel. Dabei handle es sich aber nur um ungefähre Schätzungen, sagt die Nabu-Referentin.

Denn das Mehrwegsystem ist für die Hersteller freiwillig, genaue Zahlen über die tatsächliche Nutzung gebe es nicht. Hier komme es darauf an: Wie gehen die Menschen mit den Mehrwegflaschen um? Wie sauber werden sie zurückgegeben? Wie viel kommt überhaupt zum Händler zurück?

"Das Mehrwegsystem ist ein freiwilliges System. Deswegen können nicht überall dort, wo Getränke verkauft werden, auch Mehrwegflaschen zurückgegeben werden."
Katharina Istel, Referentin für nachhaltigen Konsum beim Nabu

Zudem setzen immer mehr Unternehmen bei ihren Mehrwegflaschen auf individuell gestaltete Flaschen, statt auf Standardflaschen. Der Grund: Das Image der Marke, sagt Katharina Istel. Mit den Individualflaschen möchten sich Hersteller voneinander unterscheiden, statt auf eine Standardflasche zu setzen, die viele andere Marken auch benutzen. Im Hinblick auf die Ökobilanz sollten wir daher auch darauf achten, Mehrweg-Standardflaschen zu kaufen.

Faustregel: Regionale Mehrweg-Standardflaschen kaufen

Eine wesentlich eindeutigere Übersicht gebe es dafür über das Pfandsystem für PET-Flaschen. Das sei gesetzlich geregelt, erklärt sie. Allerdings handle es sich bei PET-Flaschen mit einem Pfand in Höhe von 25 Cent in der Regel um Einwegflaschen, die recycelt werden. Für PET-Mehrweg gilt oft ein Pfand von 15 Cent, bei Glas-Mehrweg sind es acht Cent.

Trotz einer Recyclingquote von 96 Prozent, sei hier das Problem, dass bisher nur aus einem Drittel des recycelten Kunststoffmaterials, wieder neue, gleichwertige Verpackungen entstehen würden, sagt die Nabu-Referentin. Der Rest der 96 Prozent werde zu minderwertigen Fasern und Folien recycelt.