Der Musiker Peter Fox fühlt dem brandenburgischen Ministerpräsidenten Woidke und der Grünen-Bundestagsabgeordneten Baerbock auf den Zahn.

Peter Fox ist nicht nur Musiker, er ist politisch aktiv auf der Plattform www.geht-auch-anders.de und führt seit 2014 mehrere Interviews mit Politikern zu Energie- und Klimapolitik. Für DRadio Wissen hat er mit dem brandenburgischen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke und der Gründen Bundestagsabgeordneten Annalena Baerbock über Steuergerechtigkeit, politische Arbeit und die Energiewende in Deutschland gesprochen.

Energiewende

"Obwohl Braunkohle energetisch der uneffektivste und klimaschädlichste Energieträger ist, wird in der Lausitz ein neuer Tagebau geplant. Wer hat denn noch ein Interesse an dem Braunkohleabbau?", fragt Peter Fox.

"Wir sollten in dieser ganzen Energiedebatte ehrlich sein."
Dietmar Woidke, Ministerpräsident des Landes Brandenburg (SPD)

Noch läge der Anteil der Erneuerbaren Energien in Deutschland bei 25 Prozent am Gesamtenergieverbrauch. Die übrigen 75 Prozent müssten über die konventionelle Energieerzeugung geliefert werden. Die bislang unzuverlässigen Erneuerbaren Energien, sagt Dietmar Woidke, müssten in Zukunft zuverlässig gemacht werden. Hier werde laut Woidke noch zu wenig getan.

"Wir brauchen die Braunkohle in Deutschland solange, bis wir die Versorgung mit Erneuerbaren Energien gewährleisten können."
Dietmar Woidke, Ministerpräsident des Landes Brandenburg (SPD)
Dietmar Woidke (SPD) ist Ministerpräsident des Landes Brandenburg seit 2013.
© dpa
Dietmar Woidke (SPD) ist Ministerpräsident des Landes Brandenburg seit 2013.

Die Grüne Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock widerspricht Dietmar Woidke. Sie glaubt, dass die Energie-Diskussion längst weiter sei, als er darstelle.

"Das Thema Blackout war lange Zeit das Thema: Wenn wir die Atomkraftwerke ausschalten, dann haben wir plötzlich kein Licht mehr. Darüber redet niemand mehr. Weil vollkommen klar ist: 2022 werden wir nach wie vor genügend Strom haben."
Annalena Baerbock, Bundestagsabgeordnete Bündnis 90/Die Grünen

Momentan habe Deutschland eher das Problem, sagt Annalena Baerbock, dass sich zu viel Strom im Netz befinde, der nicht transportiert werden könne, weil die Leitungen fehlen und der Strom nicht dorthin kommt, wo man ihn eigentlich brauche.

​"Die Frage ist nicht, ob wir den Strukturwandel gestalten, sondern wie. Und da ist ein Weiterso absolut nicht geboten - weder klima- noch energiepolitisch."
Annalena Baerbock, Bundestagsabgeordnete Bündnis 90/Die Grünen
Die Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) 2014 im Bundestag.
© dpa
Die Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) 2014 im Bundestag.

"Macht die Arbeit Spaß?", fragt Peter Fox den brandenburgischen Ministerpräsidenten. Dietmar Woidke kann die Frage nur bejahen. Aber: "Es gibt eine Reihe von Herausforderungen, die zu lösen sind", sagt der 53-Jährige. Die meiste Arbeit mache momentan der Flughafen Berlin Brandenburg. Für ihn steht außer Frage, dass der neue Flughafen gebraucht wird.

"Ich glaube, dass der neue Flughafen durchaus ein Erfolg werden kann, wenn die berechtigten Interessen von Menschen berücksichtigt werden."
Dietmar Woidke, Ministerpräsident des Landes Brandenburg

"Wie fühlt es sich an auf der Oppositionsbank?", fragt Peter Fox Annalena Baerbock. "Sehr klein fühlt es sich da an. Die Regierung ist schon sehr groß und wir als Opposition sind da sehr klein", sagt die 34-Jährige.

"Eigentlich müsste jetzt in die Zukunft investiert werden. Wir sehen aber, dass Straßen verfallen, dass Schulen bröckeln und dass für zukünftige Generationen kein Geld in die Hand genommen wird."
Annalena Baerbock, Bundestagsabgeordnete Bündnis 90/Die Grünen

Annalena Baerbock arbeitet sich vor allem an den Themen Energie- und Klimapolitik und Zukunftsgerechtigkeit ab.