Er ist Punk und er ist Philosoph: Peter Seyferth arbeitet an der Uni München, möchte seine Identität, seine politische Einstellung aber nicht leugnen. Dafür nimmt er im Wissenschaftsbetrieb Einschränkungen in Kauf.

Dr. Peter Seyferth war, ist und bleibt Punk. 1998 zog er für die Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands (APPD) in den Bundestagswahlkampf. Der Slogan: Arbeit ist scheiße! Peter Seyferth bekam 35.000 Stimmen bundesweit, für eine politische Karriere reichte das nicht. Den damaligen Slogan der APPD "Arbeit ist scheiße" findet er aber bis heute richtig. "Ich würde mich heute aber ein bisschen anders ausdrücken." Das Politikwissenschaftsstudium war für ihn darum wie ein "selbst auferlegtes Praktikum".

Peter Seyferth
PPP = Peter Seyferth ist Punk und Philosoph

Zu sich selbst stehen

Seine Kandidatur als Spitzenkandidat der APPD für seine wissenschaftliche Laufbahn nicht unbedingt von Vorteil. Doch Peter Seyferth stellte fest: "Geld ist notwendig aber nicht interessant". Heute nennt er sich "politischer Philosoph" und "freier Redner". Damit wird er vermutlich keinen Professorentitel mehr bekommen, aber ihm ist es wichtiger zu sich selbst zu stehen. Denn Peter Seyferth hat eine tiefe Abneigung gegen Herrschaft. Die ist bei ihm noch tiefer verankert als das Punksein.

"Eine Lüge, die ich mir nicht antun will, ist die, dass ich andere unterwerfe oder mich unterwerfen muss."
Dr. Peter Seyferth